Einlasskontrolle in Apotheke ist unvorstellbar

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Berlin -

Die Nachfrage nach Schnelltests in Apotheken ebbt weiter ab. Auch die Löwen-Apotheke in Feuchtwangen registriert weniger Anfragen in den drei Teststellen. Das Angebot wird aber bestehen bleiben, auch wenn die Kosten der Bürgertestungen nicht mehr übernommen werden. „Es bleiben ja immerhin viele, die nicht geimpft werden können. Und die, die nicht geimpft werden wollen, brauchen uns auch“, betont Apothekerin Sylwia Spaniel.

Die Löwen-Apotheke testet in Zentren und mobil etwa in Schulen. Die Teststelle an der Hauptapotheke werde auch nach dem Ende der kostenlosen Bürgertestungen Mitte Oktober aufrechterhalten. Aktuell können sich Kund:innen dort sieben Tagen die Woche auf eine Infektion mit Sars-Cov-2 untersuchen lassen. Bei zwei weiteren Teststellen werde im Herbst entschieden, ob das Angebot bestehen bleibe. „Ich bringe es momentan nicht übers Herz, sie zu schließen, obwohl wir eigentlich draufzahlen.“ Preislich werde man sich an der aktuellen Vergütung von 11,50 Euro orientieren.

Das Testangebot sei wichtig. Die Apotheke vor Ort sei ein Dienstleister, betont Spaniel. Dabei spiele es keine Rolle, ob jemand geimpft sei, nicht geimpft werden könne oder die Immunisierung ablehne. „Das ist eine private Entscheidung, die ich nicht ändern kann“, sagt die Apothekerin. Sie persönlich könne zwar nicht verstehen, warum man sich nicht impfen lassen wolle, thematisiere dies jedoch nicht im Beratungsgespräch. „Die Apotheke hat die Pflicht, die Menschen zu versorgen.“ Allein wegen des Kontrahierungszwangs dürfen Apotheken etwa die Rezepteinlösung nicht ablehnen.

Die Vorstellung, dass Kund:innen nur per Kontrolle des Impfpasses in die Apotheken könnten, sei unvorstellbar. „Das ist Schmarrn, wir müssen die Entscheidung akzeptieren und sind für alle da.“ Das sei eine Stärke gegenüber Online-Apotheken. Immerhin gehe es dabei nicht um einen Restaurantbesuch oder Kaffeetrinken. „Die Menschen, die zu uns kommen, brauchen Hilfe. Wir sind in erster Linie ein Dienstleister.“ Auch Maskenverweigerer würden weiterhin versorgt – vor der Apotheke.

Die Apotheke habe in den vergangenen Monaten „alles mitgemacht“: Maskenvergabe, Coronatests seit Dezember und kostenlose Bürgertests. „Wir wollen unseren Bürgern ermöglichen, ihren Alltag weiterhin leben zu können.“ Dafür sei etwa der Botendienst ausgeweitet worden. Auch für das Team werde alles getan, um einen sicheren Arbeitsplatz zu gewährleisten. Alle Mitarbeiter:innen seien vollständig geimpft. Zudem sorgten Plexiglasscheiben am HV-Tisch, Luftreiniger, Masken und Desinfektionsmittel für ein geringes Ansteckungsrisiko. „Wir haben ein tolles Team, alle fühlen sich sicher.“ Auch bei der Kundschaft kämen die Anstrengungen der vergangenen Monate an. „Die Leistung wird anerkannt.“

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