Erythromycin: Problematische Zubereitungen

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Berlin -

Erythromycin ist aus der Rezepturherstellung nicht wegzudenken. Die Verarbeitung des Wirkstoffes ist jedoch mit zahlreichen Tücken verbunden. Dazu zählen beispielsweise Einwaagekorrektur und pH-Wert.

Das Makrolidantibiotikum wird lokal vor allem zur Aknebehandlung eingesetzt. Die Wirksamkeit ist auf die Erythromycin-Base zurückzuführen. Neben der Hemmung der bakteriellen Proteinbiosynthese wird auch der antientzündliche Effekt des Wirkstoffs genutzt. Erythromycin wird hauptsächlich in Salben oder Cremes verarbeitet und sollte nicht länger als sechs Wochen angewendet werden, damit Resistenzen vermieden werden können. Die Kombination mit Metronidazol wird zur Behandlung von Rosazea verordnet.

Erythromycin wird in einer therapeutischen Konzentration von 0,5 bis 4 Prozent in einer Rezeptur verarbeitet. Die Stabilität des Wirkstoffes ist stark pH-abhängig. Der optimale pH-Wert beträgt 8 bis 8,5. Liegt der Wert unter 6, ist eine Inaktivierung des Wirkstoffes binnen einer bis drei Stunden möglich. Liegt der pH-Wert bei 7, kann innerhalb von 24 Stunden bereits eine Wirkungsminderung von etwa 14 Prozent auftreten. Der rezeptierbare pH-Bereich für Suspensionen liegt bei 8 bis 10 und für Lösungen bei 8 bis 8,5.

Liegt der Arzneistoff in gelöster Form vor, kann er selbst den pH-Wert der Rezeptur beeinflussen. Ein Beispiel sind alkoholisch-wässrige Lösungen, die auf einen Wert von 9,5 oder 10,5 kommen können. Hier kann der Zusatz von Citronensäurelösung 0,5 Prozent den pH-Wert auf 8 wieder sinken lassen. Für Salbengrundlagen, die meist als leicht sauer einzustufen sind, ist eine Verschiebung des pH-Wertes in das schwach Alkalische durch den Zusatz von Trometamol möglich. Da Erythromycin in Cremes meist ungelöst vorliegt, geht vom Wirkstoff selbst keine pH-Verschiebung aus. Inprozess- und Endkontrollen des pH-Wertes können die Stabilität und die korrekte Einstellung gewährleisten.

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