Rezepturherstellung

Fresh-up: Gravimetrische Methode Nicole Hoffeins, 27.02.2018 13:11 Uhr

Berlin - Jeder, der einmal in der Apotheke Kapseln für einen Säugling hergestellt hat, weiß: Hier geht es um alles. Sauber zu arbeiten ist eine Selbstverständlichkeit. Aber die Unsicherheit nach zahlreichen missglückten Ringversuchen in der Vergangenheit ist geblieben. Wie also schaffe ich es, Kapseln, die ja in der Regel massendosiert verordnet werden, möglichst genau mit einer volumendosierten Methode herzustellen?

Vor dem Hintergrund dieser Problematik wurde 2016 das gravimetrische Verfahren ins Leben gerufen. Zur Erinnerung: Wenn Kapseln hergestellt werden mussten, konnte man bislang in Anlage G zum Deutschen Arzneimittel-Codex (DAC) nachschlagen und sich je nach Menge des Wirkstoffes dann zwischen den Methoden A (viel Wirkstoff) und B (wenig Wirkstoff) entscheiden.

Mit der neuen Methode wurde ein verlustärmeres Verfahren auf Massebasis eingeführt, das vorläufig für niedrig dosierte Kapseln vorgesehen ist. Dabei sind die Eigenschaften von Wirkstoff und Füllmittel bereits so definiert, dass sie nur noch getrennt gewogen und in einer glatten Schale gemischt werden müssen. Entscheidend für die Güte der Mischung und die gleichmäßige sowie vollständige Befüllung der Kapseln sind zum einen die möglichst ähnliche und geringe Teilchengröße von Wirkstoff und Füllmittel und zum anderen eine definierte Schüttdichte des Füllmittels.

Während man es gewohnt war, bei Methode A und B den Mörser mit dem verwendeten Kapselfüllstoff vorher auszukleiden, um einem Wirkstoffverlust vorzubeugen, wäre der Einsatz eines Mörsers zur Verreibung von Wirkstoff und Füllmittel bei der neuen Methode ein Gerätefehler.

Auch die Rahmenbedingungen für das Herstellungsverfahren – etwa die Vorbereitung des Wirkstoffs und die Spezifikation der Schüttdichte – haben sich mit der neuen Methode grundlegend verändert. Auch werden erstmals konkrete Empfehlungen für die Festlegung eines Produktionszuschlages ausgesprochen. Geeinigt wurde sich auf einen Zuschlag von 5 bis 10 Prozent.

Wer sich mit der neuen Methode vertraut machen möchte, findet diese seit 2016 nicht mehr im DAC, sondern im Neuen Rezeptur-Formularium (NRF) I.9.

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