TI 2.0: Konnektoren werden wieder hinfällig

, Uhr

Dazu sollen Identity Provider die Authentifizierung übernehmen: Apotheker- und Ärztekammern, Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen beispielsweise. So sollen eine sichere Nutzung der TI künftig vereinfacht und Authentifizierungsmechanismen auch für digitale Angebote der Gematik-Gesellschafterorganisationen nutzbar werden. Die betriebliche Leistung der TI werde sich dabei fast vollständig auf Rechenzentren verlagern – inklusive der Sicherheitsleistungen. „Die Konsequenz dieser Veränderung sind die deutliche Verbesserung der Betriebsstabilität der TI, die Verringerung der Abhängigkeit von einzelnen speziellen Industrieanbietern und eine deutliche Reduktion der Kosten den dezentralen Support“, so die Gematik.

Durch die neue Struktur sollen künftig auch Fachdienste über das Internet nutzbar gemacht werden. Statt des Zugangs zu einem geschlossenen Netz sollen dann die einzelnen Fachdienste abgesichert und auf die jeweiligen Nutzer beschränkt werden. Dieser Wegfall des VPN, also des Zugangs über den Konnektor, ermögliche nicht nur eine vereinfachte Integration zukünftiger Fachdienste, sondern auch eine sektor- und anwendungsübergreifende Integration von Diensten und Anwendungen, die unabhängig von den gesetzlich mandatierten Fachdiensten durch Akteure im Gesundheitswesen bereitgestellt werden. Die neue Struktur soll parallel zum Regelbetrieb eingeführt werden. Der standortunabhängige Zugriff und die neue Sicherheitsarchitektur würden dabei den Aufbau neuer Dienste und Schnittstellen ermöglichen, ohne dass der laufende Betrieb beeinträchtigt wird.

Nach Darstellung der Gematik werden sich dabei auch die Rollenverteilungen im Markt verschieben. Nicht nur kündigt sie an, dass die „Abhängigkeit von einzelnen speziellen Industrieanbietern“ – also auch Häusern wie CGM, Noventi oder Pharmatechnik – verringert werde, auch ihre eigene Rolle soll sich wandeln. Die Gematik werden in Zukunft die Rolle einer Zulassungsstelle übernehmen, die die Regeln definiert und deren Einhaltung überwacht. Und sie sieht das offensichtlich auch als eine Art Selbstschutz: „In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass die Verfügbarkeit kritischer Dienste im Rahmen der bisher genutzten Bereitstellungsmodelle nicht ausreichend sichergestellt werden konnte“, schreibt sie und spielt damit auf den großflächigen Ausfall von zwei Dritteln aller Konnektoren ab Mai 2020 an. „Während demzufolge vertragliche Regelungen mit den Anbietern der Gematik im Fehlerfall keine wirksamen Sanktionsmöglichkeiten eröffnen, wird die politische Verantwortung für Ausfälle der Gematik zugerechnet.“

 

Bleiben Sie auf dem aktuellsten Stand und abonnieren Sie den Newsletter von APOTHEKE ADHOC.

 

Lesen Sie auch

APOTHEKE ADHOC Debatte

Mehr aus Ressort
„Wir sind schon im Niedriglohnsektor“
Neuer Mindestlohn: Was kostet das die Apotheken? »
Weiteres
Drei Wochen abgeschaltet
Facebook erlaubt Vagisan wieder»
Familienpackung für die Hausapotheke
Nasic kommt im Doppelpack»
Nur noch eine Rezeptur pro Verordnung
Platzmangel durch Hash-Code und Z-Daten»
Dosierungsangabe
Achtung Retax: >>2x»