Gematik beschließt Ende der jetzigen Telematikinfrastruktur

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Berlin - Der Gesellschafterrat der Gematik hat die Einführung der TI 2.0 beschlossen: Noch ruckelt es bei der Einführung des E-Rezepts, da steht bereits fest, dass das jetzige System der Telematikinfrastruktur bald wieder der Vergangenheit angehört. Die Gematik hat nun einen Fahrplan für die TI 2.0 beschlossen, der aufzeigt, wie das digitale Gesundheitswesen schon in wenigen Jahren funktionieren soll.

Als die Gematik ihre Pläne Anfang des Jahres mit der Veröffentlichung eines Whitepapers bekannt mache, protestierten ihre Gesellschafter noch lautstark. Sie fühlten sich durch die frühe Bekanntmachung übergangen. An inhaltlichen Differenzen kann es aber offenbar nicht gelegen haben: Am 29. September hat die Gesellschafterversammlung nicht nur die Verlängerung der E-Rezept-Testphase bis Ende November beschlossen, sondern einstimmig auch den Fahrplan für die TI 2.0, der sich mit den Anfang des Jahres skizzierten Plänen deckt.

Der besteht aus sechs Säulen, die die Gematik konzipiert hat, und soll bis 2025 abgeschlossen sein. Offenbar plant die Gematik dabei aber auch, ihre bisherige Vorgehensweise bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens anzupassen: „Mit einem entsprechenden Governance-Verfahren – also mit den Regularien und Maßnahmen, nach denen nach innen und außen gehandelt wird, – wollen wir gemeinsam mit unseren Gesellschaftern bei der schrittweisen Weiterentwicklung ein besonderes Augenmerk auf den Nutzen für die Patienten, die Wirtschaftlichkeit und auf eine Verbesserung der Versorgungsprozesse legen“, so CEO Dr. Markus Leyck Dieken.

Ein Kernpunkt dieses Vorhaben – und die erste der sechs Säulen – ist das weitestgehende Ende des bisherigen Systems aus Karten und Konnektoren: Bisher sind elektronische Gesundheitskarten, HBA und SMC-B notwendig, um sich für die Nutzung von TI-Diensten zu authentisieren. In der TI 2.0 hingegen sollen sie nicht mehr ausschließliches Authentisierungsmittel sein. Stattdessen werden sogenannte elektronische Identitäten (eIDs) eingeführt. Von der Gematik zugelassene Identitätsprovider sollen die Authentifizierung der Nutzer:innen übernehmen, nicht mehr die Dienste selbst. Für die Nutzer:innen soll das letztlich eine Vereinfachung mit sich bringen: Es reicht ein Single-Sign-On, sie müssen sich also nur einmal am Identitätsprovider anmelden und können in der Folge alle Anwendungen nutzen, weil der Identitätsprovider ihre Daten an die jeweilige Anwendung übermittelt.

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