Was passiert eigentlich, wenn der HBA verloren geht?

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Berlin - Allzu lange dauert es nicht mehr, bis das E-Rezept in die deutschen Apotheken kommt – und damit auch andere Arbeitsabläufe bei der Abgabe. Neben den Konnektoren für die Telematikinfrastruktur (TI) braucht dann jede Apotheke vor allem zwei Karten, um Rezepte bedienen zu können: die Institutionenkarte SMC-B und den Heilberufsausweis (HBA) für die Approbierten. Mit letzterem weist sich der Apotheker als berechtigt aus, Arzneimittel abzugeben. Doch was passiert, wenn er seinen HBA verliert oder er kaputtgeht? Kann er dann noch elektronische Rezepte bedienen, bis er einen neuen hat?

Das Szenario klingt besorgniserregend: Ist in einer Apotheke nur ein Approbierter zugegen und der hat seinen HBA nicht mehr, kann er sich bei der Abgabe nicht mehr gegenüber der SMC-B legitimieren. Die Apotheke könnte keine E-Rezepte bedienen, bis ein anderer Apotheker aus dem Betrieb hinzukommt und mit seiner HBA bedient. Handelt es sich um eine besonders kleine Apotheke, in der nur der Inhaber approbiert ist, würde das bedeuten: Die Apotheke kann keine Rezepte bedienen, bis der Inhaber einen neuen HBA beantragt und erhalten hat. Das kann aber dauern.

„Das Gesamtverfahren zur Ausstellung eines HBA kann bis zu sechs Wochen in Anspruch nehmen“, sagt der Deutsche Apothekerverband (DAV) auf Anfrage dazu. Anderthalb Monate lang keine Rezepte bedienen? Das wäre nicht nur für besonders kleine Apotheken der letzte Sargnagel.

Ganz so dramatisch wie manche befürchten scheint die Lage aber, zumindest laut DAV, nicht zu sein: Denn selbst unter der Prämisse, dass die Mehrheit der Verordnungen als E-Rezept kommt – was voraussichtlich erst in einigen Jahren der Fall sein wird – ist eine sogenannte Card-to-Card-Legitimierung, also durch das Einstecken des eigenen HBA in den Kartenterminal, nach Ansicht des Verbands nicht zwingend notwendig. „Die Legitimierung der SMC-B durch den Inhaber eines HBA erfolgt zeitnah, nach Inbetriebnahme der Telematikinfrastruktur. Mit Blick auf die Anschlussfristen der Apotheken und den gesetzlichen Termin zur Einführung des elektronischen Rezeptes kann der konstruierte Fall nahezu ausgeschlossen werden“, so der DAV. „Nach der Legitimierung der SMC-B können die Rezepte über die Institutionskarte vom Rezeptserver der gematik abgeholt werden.“ Demnach muss der HBA nur einmal genutzt werden, um die SMC-B zu legitimieren.

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