Fernarzt.com

Online-Rezepte: Berlin-London-Venlo APOTHEKE ADHOC, 16.03.2018 14:42 Uhr

Berlin - Deutsche Apotheken dürfen keine online ausgestellten Rezepte annehmen, also haben clevere Unternehmer aus Berlin ein neues Geschäftsmodell aufgebaut: Bei Fernarzt.com stellen Ärzte in London Rezepte für Medikamente aus, die von einer Apotheke im niederländischen Venlo an deutsche Patienten geliefert werden.

Bei Fernarzt.com können sich Patienten zu Heuschnupfen, Akne, Migräne, Chlamydien, Blasenentzündung, bakterielle Vaginose, Verhütung, Haarausfall, vorzeitigem Samenerguss und Erektionsstörungen behandeln lassen. Dazu muss zunächst ein Anamnesebogen ausgefüllt werden, in dem nach den Beschwerden und der persönlichen Krankengeschichte gefragt wird. Dem Patienten werden dann zwei Medikamente vorgeschlagen, von denen er eines auswählt. Dabei handelt es sich in der Regel um gängige Wirkstoffe und populäre Generika.

Die Anfrage wird von Ärzten in London bearbeitet, die den Online-Anamnesebogen prüfen und bei Eignung und Unbedenklichkeit innerhalb eines Werktages ein Rezept ausstellen. Die Mediziner sind beim britischen General Medical Council (GMC) registriert. Laut Fernarzt.com wird etwa ein Drittel der Behandlungsabfragen abgelehnt, etwa wenn die Patienten angeben, vorher noch keine ärztliche Diagnose erhalten zu haben oder innerhalb eines medizinisch nicht vertretbaren Zeitabstands dieselbe Behandlung erneut in Anspruch nehmen möchten. Ihnen wird dann empfohlen, einen Arzt aufzusuchen.

Die Rezepte werden an die niederländische Apotheke Stadsapotheek Venlo verschickt, die von der deutschen Apothekerin Christiane Schüller geführt wird, und – obwohl nicht im DIMDI-Register – bereits seit Jahren Medikamente versendet. Für die Patienten von Fernarzt.com werden ausschließlich deutsche Originalmedikamente versendet, die laut Firmenangaben von deutschen Arzneimittelgroßhändlern bezogen werden.

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