Online-Rezepte

DAK und Ärzte wolle DrEd-Verbot kippen APOTHEKE ADHOC, 01.02.2018 15:28 Uhr

Berlin - Ende 2016 hatte die Große Koalition mit der AMG-Novelle die Belieferung von Online-Rezepten verboten. Apotheker dürfen Rezepte von Internet-Praxen wie DrEd seitdem nicht mehr bedienen. Jetzt machen sich Ärzte und DAK daran, das DrED-Verbot wieder zu kippen. „Das Fernbehandlungsverbot muss grundlegend modifiziert werden, um mehr Spielräume für Ärzte und Patienten durch digitale Lösungen zu schaffen“, fordert Andreas Storm, Vorstandschef der DAK-Gesundheit. Und der nächste Ärztetag im Mai will ebenfalls den Weg frei räumen für Telemedizin in den Praxen.

Aus Sicht der DAK drängt die Zeit: „Andere Länder Europas sind im Bereich E-Health bereits viel weiter als wir. Wenn wir nicht handeln, droht Deutschland den Anschluss zu verlieren“, so Storm. Der Ärztetag im März will sich ebenfalls des Themas annehmen. Der Pilotversuch aus Baden-Württemberg zur telemedizinischen Behandlung dient dabei als Vorbild. Dort drängen die Ärzte darauf, auch Rezepte aus der Videoberatung zuzulassen. Mit der Apothekerkammer und den Aufsichtsbehörden ist man dort im Gespräch.

Eine aktuelle Studie der DAK zur Digitalisierung in der Arztpraxis dürfte dem Vorhaben Rückenwind geben. Der Vorsitzende des Hartmannbunds, Dr. Klaus Reinhardt, sieht die Studie als positives Signal für die künftige Entwicklung in Deutschland. „Die Befragung belegt die große grundsätzliche Bereitschaft der Kolleginnen und Kollegen, sich den neuen digitalen Möglichkeiten zu öffnen und diese als Chancen neuer Wege in der Versorgung zu sehen“, sagt er.

In einer Befragung von 1147 Mediziner nannten rund 80 Prozent Videosprechstunden und Online-Coachings als nützliche Ansätze. Vor allem junge Ärzte sind digitalen Lösungen gegenüber offen. Die Teilnehmer sind der Meinung, dass digitale Angebote konkrete Vorteile für die Behandlung haben. Jedoch sei ein ortsunabhängiger Austausch zwischen Arzt und Patient per Videokonferenz derzeit nur eingeschränkt möglich: Das geltende Fernbehandlungsverbot sieht vor, dass ein Arzt einen Patienten persönlich untersucht haben muss, bevor er Telemedizin einsetzen darf.

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