Hilfs- und Heilmittel

Neues Hilfsmittelverzeichnis: „Die Kassen haben das verstanden“ APOTHEKEK ADHOC, 26.02.2019 14:41 Uhr

Berlin - Anhaltende Kritik an der unzureichenden Versorgung von Inkontinenzpatienten hat Politik wie Krankenkassen zur Überarbeitung der Hilfs- und Heilmitttelversorgung veranlasst. im April 2017 trat das neue Heil- und Hilfsmittelgesetz (HHVG) in Kraft getreten. Jetzt hat der GKV-Spitzenverband die Überarbeitung des Hilfsmittelverzeichnisses nach zweijähriger Arbeit abgeschlossen. „Das überarbeitete Hilfs- und Pflegehilfsmittelverzeichnis bietet allen Versicherten eine höhere Produktqualität und gestärkte Versichertenrechte“, so Gernot Kiefer, Vorstand des GKV-Spitzenverbandes.

Ob sich damit auch die Inkontinenzversorgung nachhaltig verbessert hat, bleibt vorerst abzuwarten. „Die Entwicklung in diesem Bereich war inakzeptabel“, übte Kiefer Selbstkritik am Vorgehen der Krankenkassen: „Die Kassen haben das verstanden.“ Sie stünden „klar in der Verantwortung“ für die Versorgung der Patienten, „sie haben eine Schutzfunktion“. „Ich denke, da hat sich einiges verändert“, sagte Kiefer. Der Bedarf für die Inkontinenzversorgung müsse individuell festgelegt werden und die Produkte müssten die vorgegebenen technischen Parameter erfüllen. Laut Dr. Walter Seliger, Fachreferent beim GKV-Spitzenverband für Hilfsmittel, verfügen jetzt alle im Hilfsmittelverzeichnis gelisteten Windeln über ein höheres Aufsaugvolumen, der Grundversorgungsbedarf sei neu definiert worden und die Produkte müssten zusätzliche Tests durchlaufen.

Trotzdem scheint Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) immer noch nicht mir der Inkontinenzversorgung zufrieden zu sein. Kürzlich kündigte er an, die im April 2017 erst eingeführten Ausschreibungen wieder abzuschaffen und durch Vertragslösungen zwischen Kassen und Herstellern zu ersetzen. Das soll im TSVG geregelt werden. Patienten müssten sich darauf verlassen können, dass Windeln, Gehhilfen und generell alle notwendigen Hilfsmittel gut und verlässlich seien, begründetet Spahn seinen Vorstoß. Der bisherige Preiskampf um das billigste Angebot gehe „zu oft zulasten der Patienten“.

Laut GKV-Spitzenverband erhielten im Jahr 2017 die GKV-Versicherten Hilfs- und Pflegehilfsmittel in Höhe von acht Milliarden Euro. Dazu gehören unter anderem Bandagen, Hörgeräte, Inkontinenzprodukte, Rollstühle, Kompressionsstrümpfe, Prothesen, Insulinpumpen, Blindenführhunde und Applikationshilfen zur Verabreichung von Arzneimitteln. Jetzt hat der GKV-Spitzenverband die Überarbeitung und Fortschreibung des 32.500 Produkte umfassenden Hilfsmittel- und Pflegehilfsmittelverzeichnisses abgeschlossen. Der aktuelle Stand entspreche den versorgungsrelevanten medizinischen und technischen Erkenntnissen und Entwicklungen.

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