Mayer-Schönberger: Apotheker zu Informationsbrokern!

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Berlin - Daten sind das Öl des 21. Jahrhunderts, ist die gängige Weisheit. Falsch, sagt Professor Dr. Viktor Mayer-Schönberger, Daten sind das Geld des 21. Jahrhunderts. Sie übernehmen die informationelle Funktion, die heute der Mammon innehat. Mayer-Schönberger, Professor für Internet Governance and Regulation in Oxford und Mitglied des Digitalrats der Bundesregierung, ist einer der renommiertesten Experten auf dem Gebiet des datengetriebenen Kapitalismus und seiner Regulierung. Bei der Digitalkonferenz VISION.A von APOTHEKE ADHOC, erklärt er, wie die Apotheken ihre Datenmacht nutzen können, um sich den weiter wachsenden Digitalriesen entgegenzustellen.

Viktor Mayer-Schönberger war schon Digital Native, als es den Begriff noch gar nicht gab. Schon als Abiturient im österreichischen Zell am See, Anfang der Achtziger, begann er in der elterlichen Steuerberatungskanzlei mit Bits und Bytes zu tüfteln, mit 15 Jahren hatte er eine eigene Programmiersprache geschrieben. Mit gerade einmal 20 gründete er die Softwarefirma Ikarus und entwickelte Antiviren-Software – die erfolgreichste des Landes. Doch der ehrgeizige Jungunternehmer beließ es nicht beim Programmieren, sondern studierte Jura. Ende der Neunziger wurde er Professor für Public Policy an der Harvard Kennedy School, seit 2010 hat er seinen Lehrstuhl in Oxford.

Heute ist Mayer-Schönberger weltweit einer der meistgefragten Experten für die großen Themen der Informationsgesellschaft, den Datenkapitalismus und seine Regulierung: Der Begriff des „Rechts auf Vergessenwerden“ geht auf ihn zurück, mit seinem Bestseller „Big Data“ zeigte er Millionen Lesern, wie die technische Revolution in der Datenerhebung und -verarbeitung unsere Weise zu leben, arbeiten und denken verändert, und in seinem neuesten Werk „Das Digital“ legt er nicht weniger als ein Manifest für die digitale Wirtschaft des 21. Jahrhunderts vor. Darin skizziert er Forderungen nach Regeln und Regulation der datengetriebenen Marktwirtschaft.

Die birgt nämlich so einige Gefahren, insbesondere für Kleinbetriebe und Mittelstand. Denn zwar verbessern mit Daten lernende Systeme die Entscheidungsfindung auf datenreichen Märkten, „sie machen diese aber auch anfälliger für Systemversagen und Konzentrationsprozesse“. Jeder, der die Entwicklung des Versandapothekenmarktes in den letzten Jahren verfolgt hat, kann das erkennen. Was also tun in der schönen neuen Zeit, damit Apotheken und andere Kleinbetriebe nicht zu den Verlierern der Digitalisierung werden?

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