Adexa-Chef fordert Schutzausrüstung für Angestellte

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Berlin - Die Teams in den Apotheken sind einem besonders hohen Infektionsrisiko ausgesetzt. Viele Inhaber haben mit Schutzmaßnahmen reagiert. Doch wie vielerorts fehlt auch in Apotheken häufig Schutzausrüstung. Der Chef der Apothekengewerkschaft Adexa, Andreas May, fordert daher als Lehre aus der Corona-Epidemie „verpflichtend Schutzausrüstung für das gesamte Team – und zwar für mehrere Wochen“. Die Politik müsse anerkennen, wer in der Krise die Bevölkerung versorge.

Um ihre Arbeit in Pandemie-Zeiten leisten zu können, benötigten Apothekenangestellte Mund-Nasen-Masken, Handschuhe, Brillen und mehr, so May. Zwar hätten viele Inhaber schnell reagiert und Plexiglasscheiben installiert sowie die Mitarbeiter mit Schutzmasken, Handschuhe oder Helmvisiere ausgestattet. Trotzdem sollte es aus Sicht des Adexa-Chefs analog zu den Notfallvorräten bei bestimmten Arzneistoffen auch eine Mindestausstattung an Schutzausrüstung geben. „Die Empfehlungen dazu sollten von Virologen und Epidemiologen kommen“, so May.

Apothekenteams könnten aber nur helfen, wenn sie Arzneimittel auch tatsächlich bekommen, legt May den Finger in die Wunde Lieferengpässe. Diese seien schon vor Corona-Zeiten ein riesiges Problem gewesen. „Jetzt zeigen sie uns die Schattenseiten der Globalisierung. Fallen die Zulieferbetriebe in China aus beziehungsweise sind keine Transporte mehr möglich, wird die Luft dünn.“ Er fordert politische Maßgaben, um die Produktion wieder nach Deutschland oder zumindest Europa zu holen – und um gewisse Reserven wichtiger Präparate vor Ort zu haben.

Insgesamt wünscht sich der Adexa-Chef eine größere Wertschätzung der Branche, vor allem der Apotheken vor Ort. „Es sind nicht die Versandapotheken, es waren und sind die öffentlichen Apotheken und ihre Mitarbeiter*innen, die Patienten versorgen, beraten, ihnen zuhören und ihre Ängste zu lindern versuchen. Sie haben viele Botendienste organisiert und Desinfektionsmittel im Labor hergestellt, als die Industrieproduktion knapp wurde. Das sollte auch Minister Spahn in der Krise klargeworden sein: Versandapotheken können und wollen solche existenziellen Dienste nicht übernehmen. Wir brauchen daher ein dichtes, belastbares Netz an Vor-Ort-Apotheken.“

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