Adexa: Corona-Zuschlag für Apotheken-Teams

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Berlin - Die Apothekengewerkschaft Adexa will angesichts der gestiegenen Belastung des Apothekenpersonals über dessen Bezahlung reden. Allerdings sei klar, dass sich die Apotheken in Folge der Corona-Krise in einer schwierigen Situation befänden. Nach dem ersten Boom im März ist die Nachfrage in vielen Apotheken inzwischen nämlich wieder eingebrochen. In der aktuellen Epidemie zeigten sich auch im Apothekenbereich die Stärken und die Schwächen des deutschen Gesundheitssystems, schreibt Adexa in einem offenen Brief.

Auf der Plus-Seite stünden die Apothekenteams vor Ort mit rund 160.000 qualifizierten und motivierten Fachkräften, die täglich und auch nachts im Notdienst die Bevölkerung mit Arzneimitteln versorgten. „Sie improvisieren in der augenblicklichen Lage noch mehr als sonst, weil sich die Lieferengpässe verschärfen und Gesundheitsschutzmaßnahmen getroffen werden müssen. Sie beraten und haben ein offenes Ohr, sie stellen im Labor Desinfektionsmittel her und stocken ihre Botendienste gerade für ältere Mitmenschen massiv auf, damit diese zu Hause bleiben können“, so die beiden Adexa Vorsitzenden Andreas May und Tanja Kratt.

Auf der anderen, der Minus-Seite werde der bereits über Jahre, ja Jahrzehnte währende Spardruck jetzt umso deutlicher spürbar. Dieser habe dazu geführt, dass viele Apotheken keine Nachfolge fänden beziehungsweise aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen worden seien: „Diese Apotheken fehlen nun in den Wohnvierteln und Kleinstädten, wo Bürgerinnen und Bürger heute stärker als je auf kurze Wege angewiesen sind.“ Die unzureichende Finanzierung der Apothekenleistungen führe auch seit langem zu unangemessen niedrigen Gehältern für die Mitarbeiter und zu einer niedrigen Attraktivität der Ausbildungsberufe. Das schlage sich in einem wachsenden Fachkräftemangel nieder.

Zur Minus-Seite gehörten auch die bereits erwähnten Lieferengpässe, die bereits vor der Corona-Pandemie von den Apothekern angemahnt worden seien. „Ein bedenklich ausgereiztes System von Rabattverträgen ist dabei ein wichtiger Aspekt“, so May und Kratt. Außerdem habe die Produktion von Arzneimitteln im außereuropäischen Ausland zu einer massiven Abhängigkeit von globalen Lieferketten geführt. Dadurch spürten Deutschland und Europa bereits jetzt eine Mangelversorgung bei einer Vielzahl von wichtigen Arzneimitteln, die sich noch zu verschärfen droht.

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