Adexa: Apotheken können auch am Sonntag öffnen

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Berlin - Die gesamte Bevölkerung in Deutschland stolpert von Tag zu Tag durch die Corona-Krise und steht vor immer neuen, weil bislang unbekannten Herausforderungen. Besonders betroffen sind laut Apothekengewerkschaft Adexa die Mitarbeiter in öffentlichen Apotheken. Diese hätten neben den Problemen, die alle Bürger und alle Arbeitnehmer haben, noch die Sonderstellung, dass sie in der Apotheke besonderen Gefährdungen durch potentiell infizierte Kunden ausgesetzt sind. Mehr noch: Adexa rechnet damit, dass Apotheken zur Bewältigung des Ansturms der Kunden vermehrt auch sonntags öffnen.

„Vielfach werden die Ladenöffnungszeiten geändert“, so Rechtsanwältin Minou Hansen, Leiterin der Adexa-Rechtsberatung. Ziel sei, ein erhöhtes Kundenaufkommen mit längeren Öffnungszeiten abzufedern. Das könne dazu führen, dass die Apotheken, „die ja geöffnet bleiben dürfen“, nun auch Sonntagsöffnungen anbieten. Laut Hansen ist Apothekenpersonal grundsätzlich auch zur Arbeit am Sonntag verpflichtet.

Allerdings müssen Apotheker hierfür laut Adexa nach der tariflichen Regelung Zuschläge von 85 Prozent zu zahlen. „Dies auch dann, wenn der vermehrte Arbeitseinsatz in Freizeit vergütet wird“, so Hansen: „Dann müssen pro gearbeiteter Stunde nicht 60, sondern 111 Minuten gutgeschrieben werden. Das Apothekenpersonal solle darüber mit der Apothekenleitung im Gespräch bleiben: „Das sind jetzt für alle Beteiligten wirklich schwierige Zeiten, für die wir immer neue Regelungen und Lösungen finden müssen.“

Aufgrund der besonderen Lage in den Apotheken hat Hansen für die Mitarbeiter wichtige Punkte zusammengefasst: Welche Schutzmaßnahmen muss meine Apothekenleitung treffen? Eine Apothekenleitung sei wie alle Arbeitgeber verpflichtet, die Gesundheit der Angestellten bestmöglich zu schützen. Dazu gehören angepasste Vorgaben für das Reinigungspersonal zum Beispiel für die Flächendesinfektion. Da die Apotheken im Moment über sehr erhöhte Kundenfrequenz berichteten, seien Maßnahmen zu treffen, um den gebotenen Mindestabstand von einem bis zwei Meter gewährleisten zu können. Das bedeute, dass nach Empfehlung der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft (DPhG) zum Beispiel Absperrungen aufgebaut werden könnten, um den Kontakt zwischen Kunden und Personal zu gewährleisten.

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