Darf der Chef die Filiale schließen?

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Berlin - Experten sind sich sicher: Wir stehen erst am Beginn der Corona-Krise. Doch schon jetzt arbeiten die meisten Apotheken am Limit. Einige Inhaber würden daher gerne eine Filiale schließen, um ihre Kräfte zu bündeln. Aber geht das?

In Bayern gibt es bereits fünf Filialen, die aufgrund einer Einzelbefreiung vorübergehend geschlossen sind. Hintergrund der Maßnahme war die Bündelung von Personal in den anderen Apotheken des Verbunds, wie Klaus Laskowski, Justiziar der Landesapothekerkammer, erklärt. „Die Schließung einer Apotheke des Filalverbundes wird bei uns jedenfalls bei nachvollziehbaren Gründen genehmigt.“

Und die Kammer erlaubt weitere Maßnahmen, damit die Inhaber möglichst flexibel auf die Krise reagieren können: „Wir haben unsere Allgemeinverfügung so gestaltet, dass Apotheken ohne bürokratischen Aufwand ihre Öffnungszeiten nach unten und oben anpassen können, um auf individuelle Situationen wie Personalengpässe oder die Umstellung auf ein Zwei-Schichten-System reagieren zu können.“

In Hessen scheint man die Sache etwas strikter zu sehen: In ihren FAQ zur Corona-Krise geht die Kammer der Frage nach, ob Inhaber eines Filialverbunds eine ihrer Apotheken schließen dürfen, um die Heimversorgung sicherzustellen. „Nein. Den Apotheken obliegt die Sicherstellung der ordnungsgemäßen Arzneimittelversorgung der Bevölkerung. Sowohl die Heimversorgung wie auch der Versandhandel setzen zunächst eine öffentliche Apotheke voraus. Diese hat während der festgelegten Öffnungszeiten offen zu sein, teilweise Schließungsbewilligungen sind drittbelastend, da andere Apotheken dann entsprechend mehr belastet werden.“

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