Gewerkschaft appelliert an Spahn

Adexa: Rx-Versandverbot jetzt!

, Uhr
Wann frage ich nach dem Corona-Bonus?
Berlin -

Die Apothekengewerkschaft Adexa fordert von der Politik ein Rx-Versandverbot als Reaktion auf die Corona-Krise. In der aktuellen Phase zeige sich die Stärke der Präsenzapotheken. Aufgabe der Politik sei es, die unfairen Wettbewerbsbedingungen zu beenden. Gleichzeitig appelliert die Adexa an die Apothekenkunden, ihr Arzneimittel vor Ort zu besorgen.

Die Adexa kritisiert, dass der Gesetzgeber nach wie vor nicht auf die Ungleichheit reagiert hat, die seit dem EuGH-Urteil zu Rx-Boni im Oktober 2016 besteht. „Wer die deutschen Präsenzapotheken erhalten und stärken will, der muss dafür sorgen, dass die Wettbewerbsverzerrungen bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln abgeschafft werden. Und zwar zeitnah! Aus Sicht von Adexa geht das am besten über das im Koalitionsvertrag vereinbarte Rx-Versandverbot“, fordert die Gewerkschaft.

Fällt eine Apotheke weg, ist das der Gewerkschaft zufolge für die Bevölkerung „schmerzlich spürbar – nicht nur, aber gerade auch in dieser Krisensituation“. Der Versandhandel aus der Schweiz oder den Niederlanden biete keine Alternative. Denn die Bürger benötigten die Kompetenz, die Flexibilität und die Empathie der Apotheke vor Ort, ist man bei der Adexa überzeugt.

Umso mehr sorgten sich die Teams in den Apotheken, dass die unfairen Wettbewerbsbedingungen zwischen heimischen Apotheken und ausländischen Versendern noch immer nicht gesetzlich beendet wurden. „Das Versorgungsnetz wird dadurch weiter geschwächt.“

Die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) per Eilverordnung erlassene Vergütung für den Botendienst sei zwar ein Schritt in die richtige Richtung, lobt die Adexa. Sie sei aber befristet für die Dauer der „epidemischen Lage von nationaler Tragweite“. Das reicht aus Sicht der Gewerkschaft nicht aus: „Damit wird sie die ungleichen Voraussetzungen nicht nachhaltig in die nötige Balance bringen können.“

Die Adexa fordert nicht nur ein Rx-Versandverbot von der Politik, sondern appelliert auch an die Patienten und Apothekenkunden: „Und unsere Bitte an die Bevölkerung: Besorgen oder bestellen Sie Ihre Arzneimittel bei Ihrer Apotheke vor Ort!“

Adexa-Chef Andreas May hatte im Gespräch mit APOTHEKE ADHOC ausführlich über die Herausforderungen gesprochen, vor denen die Apotheken in der Corona-Krise stehen. Aus seiner Sicht muss auch über die Vergütung der Apotheken gesprochen werden – nicht zuletzt damit die Inhaber größeren Spielraum bei der Erhöhung der Tarifgehälter haben. May hofft, dass von den Solidaritätsbekundungen gegenüber den systemrelevanten Berufen auch nach der Corona-Krise etwas übrig bleibt und sich in konkreten Erhöhungen des Verdienstes widerspiegelt. Hier geht es zum Video-Interview, hier zum Podcast.

 

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Lesen Sie auch
Neuere Artikel zum Thema

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
„Wir haben einen Flickenteppich und nichts funktioniert“
eGK und Gematik-App: Apothekerin verzweifelt fast»
Billigere Tests und mehr Personal
TestV: „Schikane den Apotheken gegenüber“»
Münzgeld-Engpass droht
Geldtransporteure streiken!»
Auf antibakterielle Wirkstoffe besser verzichten
Hautcremes können dem Mikrobiom schaden»
Erste Leitlinie für Diagnose & Behandlung
Vitiligo: Wenn der Haut die Pigmente fehlen»