Honorargutachten

Gutachter vergleichen Apotheker-Gehälter APOTHEKE ADHOC, 02.12.2017 09:32 Uhr

Berlin - Das derzeitige Apothekenhonorar ist nach Ansicht der vom Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) beauftragten Gutachter weder angemessen noch geeignet, die flächendeckende Versorgung zu sichern. Wie die Frankfurter Rundschau (FR) berichtet, kommen die Autoren außerdem zu dem Schluss, dass ein Rx-Versandverbot nicht mit finanziellen Argumenten zu rechtfertigen ist. 

Laut FR-Bericht wurden für die Studie die Einkommen der Apotheker mit denen eines leitenden Klinikapothekers verglichen, der demnach im Jahr knapp 100.000 Euro brutto verdient. Rund 8400 Apotheker hätten bei gleicher Arbeitszeit zum Teil wesentlich höhere Einkommen, heißt es: Zu den Spitzenverdienern gehörten Apotheker in großen Ballungszentren und Zyto-Apotheken. Ihnen werden laut FR in der Summe 892 Millionen Euro beziehungsweise 233 Millionen Euro mehr zugewiesen.

5300 Apotheker im Umkreis von Ballungszentren und 2300 Apotheker auf dem flachen Land verdienten dagegen teilweise deutlich weniger als der Leiter einer Krankenhausapotheke; einige hätten sogar wirtschaftliche Probleme. Die Daten wurden laut Bericht aus der repräsentative Umfrage gewonnen.

Laut FR bestätigen die Ergebnisse die These, dass das gegenwärtige Honorarsystem reformiert werden muss. Die Gutachter kritisieren insbesondere den sogenannten Fixzuschlag von 8,35 Euro. Er steht nach Ansicht der Experten in keinem Verhältnis zum tatsächlichen Arbeitsaufwand. Für Rezepturen sowie für Notdienste bekommen die Apotheken dagegen zu wenig. Die Gutachter plädieren für eine Reform, die den tatsächlichen Aufwand stärker berücksichtigt.

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