Drei Fragen an Dr. Hermann Kortland (BAH)

Apothekenhonorar: „Existenzgrundlage nicht infrage stellen“ Lothar Klein, 01.12.2017 09:15 Uhr

Berlin - Nach Ansicht des Bundesverbandes der Arzneimittelhersteller (BAH) sind Apotheker ein „unverzichtbarer Bestandteil“ des Gesundheitssystems. Dr. Hermann Kortland, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des BAH, kündigt im Interview an, die Apotheker in der anstehenden Diskussion über die Honorierung zu unterstützen. Denn laut dem vom Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) beauftragten Gutachten haben den Pharmazeuten jahrelang zu viel Honorar erhalten.

ADHOC: Die Apotheker stehen in der Honorarfrage mit dem Rücken an der Wand. Sie sind der wichtigste Vertriebskanal für Arzneimittelhersteller. Wie kann der BAH jetzt helfen?
KORTLAND: Arzneimittel sind Waren besonderer Art, die einer heilberuflichen Beratung des Apothekers bedürfen. Der BAH betont in vielen Gesprächen mit Stakeholdern und vor allem mit Politikern, dass Apotheker mit ihrer heilberuflichen Expertise einen wichtigen Beitrag zur Arzneimitteltherapiesicherheit und zur Adhärenz leisten. Dies ist ein unschätzbarer Wert für die gute und sichere Versorgung mit Arzneimitteln. Wir hören nicht auf, genau dies zu betonen.

ADHOC: In der Diskussion um das Rx-Versandverbot stand der BAH an der Seite der Apotheker. Hält die Freundschaft, wenn es ums Geld geht?
KORTLAND: Apotheker sind wichtige Partner für Arzneimittelhersteller und eine unverzichtbare Säule im Gesundheitssystem. Sie leisten in der Beratung sowie mit Not- und Nachtdiensten einen bedeutenden Beitrag für die Versorgung der Patienten – insbesondere in ländlichen Regionen. Daher gilt es, die Apotheke vor Ort zu stärken und nicht ihre Existenzgrundlage infrage zu stellen. Im Übrigen setzt sich der BAH weiterhin für das Rx-Versandhandelsverbot ein.

ADHOC: Das Vorurteil über die „reichen Apotheker“ ist weit verbereitet: Wie sieht der BAH die Lage der Apotheker?
KORTLAND: Apotheker sind schon heute aus der Gesundheitsversorgung nicht wegzudenken. Sie sind oftmals der erste Ansprechpartner bei leichteren Erkrankungen. Gerade im Hinblick auf die demografische Entwicklung und den Ärztemangel wird die Rolle des Apothekers in Zukunft noch wichtiger werden – insbesondere in strukturschwachen Regionen. Dass die heilberufliche Beratung und Abgabe auch auskömmlich honoriert wird, sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein.

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