Apothekerverband Westfalen-Lippe

Michels: Apotheken-Zukunft in die Hand nehmen APOTHEKE ADOC, 20.11.2017 13:21 Uhr

Berlin - In den kommenden Monaten erwartet der Vorstandsvorsitzende des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe (AVWL), Dr. Klaus Michels, als Folge des 2hm-Gutachtens für das Bundeswirtschaftsministerium eine intensive Diskussion über das Apothekenhonorar. Michels plädierte dafür, das Apothekenhonorar weiterhin an die Abgabe von Arzneimittel zu koppeln. Außerdem rief er bei der AVWL-Mitgliederversammlung dazu auf, neue Entwicklungen im Apothekenmarkt nicht nur zu beobachten, sondern aktiv mitzugestalten.

„Spätestens mit der Veröffentlichung des 2hm-Gutachtens sowie des Gegengutachtens der ABDA wird dieses Thema Fahrt aufnehmen“, sagte Michels und weiter: „In unserem Fokus muss dabei die nachhaltige Sicherung unserer wirtschaftlichen Interessen stehen.“ Das System einer Kombination aus Fixkomponente und dreiprozentigem Aufschlag habe sich seit 2004 bewährt. „Es sollte daher von unserer Seite nur dann in Frage gestellt werden, wenn wir tatsächlich ein zumindest gleich gutes, eher besseres Alternativmodell präsentieren können“, so Michels.

Dabei gibt es für Michels eine Bedingung von elementarer Bedeutung: „Die zu vergütende Leistung muss den Bezug zur Abgabe des Arzneimittels beibehalten.“ Es bedürfe einer zwingenden Verknüpfung zwischen der Abgabe des apothekenpflichtigen Arzneimittels und der zu erbringenden Dienstleistung. Nur so lasse sich sicherstellen, dass die Leistung „in der Apotheke bleibt“.

Ein neues Vergütungsmodell sollte zudem Leistungsanreize setzen. Entscheidendes Kriterium müsse dabei die Qualität sein. Für nicht zielführend hält Michels die Einführung zusätzlicher Pauschalen, „die sozusagen eine Art bedingungsloses Grundeinkommen für Apotheken bedeuten würden“. Eine Entlohnung ohne konkrete Gegenleistung sei nicht nur ungerecht, sondern konserviere ineffiziente Strukturen. Michels: „Zum Erhalt der flächendeckenden Versorgung wird es dagegen nötig sein, über neue Strukturen nachzudenken. Hier sollten wir Apotheker unbedingt aktiv praktikable Lösungen anbieten.

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