Westfalen-Lippe

Apothekerverband erhöht Beiträge

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Berlin -

Seit dem Verkauf seiner Anteile am ARZ Haan ist der Apothekerverband Westfalen-Lippe (AVWL) eine finanziell gut gepolsterte Mitgliedsorganisation der ABDA. Trotzdem stimmte die Mitgliederversammlung für die Erhöhung der AVWL-Beiträge. Um 5 Euro pro Mitglied und Monat steigt Beitrag auf 160 Euro ab 2019. Gleichzeitig wurden die Aufwandsentschädigungen der Vorstände erhöht. AVWL-Chef Dr. Klaus Michels erhält 3500 Euro mehr im Jahr. Nach Angaben von Teilnehmern stimmten 28 Vertreter für den neuen Haushaltsplan, 14 dagegen.

Insgesamt sollen durch die Beitragserhöhung laut Haushaltsplan 2,7 Millionen Euro von den 1425 Apothekenbetreibern und nochmals 700.000 Euro von den 450 Filialapotheken (130 Euro statt 125 Euro) in die AVWL-Kasse fließen. Insgesamt rechnet der AVWL nach der Erhöhung mit Einnahmen von 3,4 Millionen Euro statt 3,3 Millionen Euro wie bisher. Mit 1,7 Millionen Euro sollen die Personalkosten als größter Haushaltsposten um 100.000 Euro im Jahr 2019 steigen. Der Anstieg wird nun durch die Beitragserhöhung finanziert.

Steigen wird die Vergütung für den AVWL-Vorstand. Die Aufwandsentschädigung für Vorstandschef Michels steigt um 3500 Euro auf 68.500 Euro. Zuletzt wurden die Vergütungen 2014 angepasst. Die Entschädigungen für die weiteren sechs Vorstandsmitglieder werden zusammen um gut 17.000 Euro auf 152.000 Euro angehoben.

„Nach 5 Jahren soll nun eine Erhöhung der pauschalen Aufwandsentschädigung zum 1. Januar 2019 erfolgen, heißt es im Haushaltsentwurf. Die jährliche Aufwandsentschädigung des Vorsitzenden soll demnach auf 68.500 Euro einschließlich Umsatzsteuer steigen, die des Verhandlungsführers in Krankenkassenangelegenheiten auf 48.000 Euro. Vorstandsmitglieder erhalten für die Wahrnehmung von Stellvertretungsaufgaben des Vorsitzenden 32.000 Euro und die der weiteren Vorstandsmitglieder je 16.500 Euro.

Kräftig gespart wird im Bereich Öffentlichkeitsarbeit. Der Etatansatz sinkt um 42.000 Euro auf 53.000 Euro. Trotzdem sollen „auf der Schiene der zentralen Presse- und Medienarbeit in erster Linie die berufspolitischen Meinungen, Vorstellungen und Ziele des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe verstärkt in die Öffentlichkeit transportiert werden“, heißt es dazu im Entwurf.

Allerdings sind dem AVWL in jüngster Vergangenheit zwei für die Medienarbeit zuständige Mitarbeiter verloren gegangen: Die in der Geschäftsstelle fest angestellte Mitarbeiterin verließ den AVWL nach kurzer Zeit wieder. Und die langjährige Medien-Zusammenarbeit mit Ludger Baumeister wurde beendet. Aktuell sucht der AWVL einen neuen Pressesprecher.

Die Vermögensübersicht der AVWL weist einen Betrag von knapp 20 Millionen Euro aus, der größtenteils in Aktien und Rentenpapieren angelegt sind und zudem das neuen Apothekerhaus umfasst. Für den Verkauf seiner ARZ Haan Anteile hatte das AVWL 2016 gut 15 Millionen Euro erhalten.

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