CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann lässt nicht locker. Er hat ein Papier vorgelegt, um die Zahl der Krankenkassen bis 2032 drastisch zu reduzieren. Vor allem kleine Kassen sollen verschwinden.
Jede Kasse soll laut Plan mindestens eine Million Versicherte haben. Dieses Kriterium würden nur 17 der aktuell 93 Kassen erfüllen. Außerdem soll es künftig einen echten Leistungswettbewerb geben, indem die Kassen stärker selbst entscheiden müssen, welche Leistungen sie anbieten und welchen Beitrag sie erheben.
„Wir haben immer noch über 90 Krankenkassen, die in der Regel die gleichen Leistungen anbieten. Riesen Verwaltungsvolumen, da müssen wir ran. Mindestens die Hälfte. Ich finde, zehn Krankenkassen in Deutschland reichen“, hatte Linnemann vor Kurzem in der Sendung „Frühstart“ von RTL/ntv erklärt. Richtigen Wettbewerb gebe es nicht, die Leistungen seien gleich. „Ich bin nicht für die Krankenkassen verantwortlich, sondern für die Volkswirtschaft in Deutschland. Ich bin Volksvertreter.“
Die Verwaltungskosten der Kassen lagen zuletzt netto – also bereinigt um Aufwendungen, die etwa durch andere Sozialversicherungsträger wie die Pflegeversicherung erstattet wurden – bei 13,3 Milliarden Euro. Die tatsächlichen Bruttoverwaltungsausgaben lagen bei circa 16,9 Milliarden Euro; seit 2015 sind sie um knapp ein Drittel gewachsen.
Rund 11,5 Milliarden Euro und damit zwei Drittel der Bruttokosten entfallen auf sogenannte persönliche Verwaltungsausgaben, also im Wesentlichen Vergütungen an Mitarbeitende und Vorsorgeaufwendungen inklusive Altersrückstellungen. Zu den Sachkosten in Höhe von 5,4 Milliarden Euro gehören vor allem Betriebsausstattung, Mieten, Pachten und Nebenkosten, aber auch Brief- und Portokosten, Reisekosten, Aufklärungs- und Werbemaßnahmen, Prüfungs- und Beratungskosten sowie Vergütungen für externe Dritte. Sie sind seit 2015 um durchschnittlich 4 Prozent pro Jahr gewachsen.