Finsterwalde

Apotheker Weiß: Spahn hat Rx-Bitte positiv aufgenommen

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Berlin -

Ende Mai stattete Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) anlässlich des 40. Jubiläums dem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) des Ärztenetzes Südbrandenburg in Finsterwalde einen Besuch ab. Dabei ergab sich für Apotheker Erhard Weiß von der dortigen Süd Apotheke die Gelegenheit, ein kurzes Wort mit Spahn über das Rx-Versandverbot zu sprechen: „Ich habe an Spahn die Bitte gerichtet, das Versprechen des Koalitionsvertrages umzusetzen“, berichtet Weiß. Mit Spahns Reaktion ist er zufrieden: „Spahn hat das sehr herzlich aufgenommen.“

Seit der Wende im Jahr 1990 führt Weiß die im Ärztehaus beheimatete Süd-Apotheke. Zu DDR-Zeiten leitete Weiß als angestellter Apotheker noch eine andere Apotheke, aber seine Frau war bereits in der heutigen Süd-Apotheke als Apothekerin angestellt. Von der Treuhand hat Weiß die Apotheke dann gekauft.

Schon zu DDR-Zeiten gab es das Ärztehaus Süd in der Finsterwalder Westfalenstraße, es wurde am 1. Juli 1978 gegründet. Zum 40. Geburtstag hatte sich Spahn für einen Besuch angekündigt – Thema ländliche Versorgung. Beim Rundgang durch die acht Arztpraxen, den ambulanten Pflegedienst und die Physiotherapiepraxis landete Spahn auch in der Süd-Apotheke – unangemeldet, eigentlich stand der Besuch bei Weiß nicht auf Spahns Programm.

„Das hat sich so gefügt beim Rundgang“, schildert Weiß. Er habe die Gelegenheit genutzt, Spahn auf das Thema Nummer 1 anzusprechen: „Ich habe Spahn gebeten, sich für die Umsetzung des Rx-Versandverbotes einzusetzen, weil es insbesondere für die kleinen Apotheken wichtig ist“, so Weiß. „Sonst gehen viele Apotheken mit ihren familien- und frauenfreundlichen Arbeitsplätzen verloren. Das dürfen sie nicht auf Spiel setzen.“

Eine klare politische Aussage hatte Weiß auf seine Bitte von Spahn nicht erwartet. „Aber er hat meine Bitte sehr herzlich aufgenommen“, berichtet Weiß und habe versprochen, „das mit nach Berlin zu nehmen und am Ball zu bleiben“. Es sei wichtig, dass Spahn diese Botschaft nicht nur von der ABDA, sondern auch von Apothekern vor Ort erhalte, findet Weiß.

Bei Weiß hinterließ Spahn auch menschlich einen positiven Eindruck: „Er hat auf mich einen sehr netten Eindruck gemacht.“ Spahn habe alle Apothekenmitarbeiter per Handschlag begrüßt und sich auch nach zehn Minuten wieder von allen per Handschlag verabschiedet: „Das war eine sehr nette Geste und hat mich sehr gefreut.“

Wurde Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor einem Jahr im Bundestagswahlkampf in Finsterwalde noch kräftig ausgepfiffen, gab es beim Spahn-Besuch keine Protestler – stattdessen Luftballons, Hüpfburg und Bratwurst. Spahn ließ sich von den Verantwortlichen erklären, dass das heutige MVZ zu DDR-Zeiten ein Aushängeschild war und wie es in den Wende-Wirren gerettet wurde: in Kooperation von Ärzten, Kommune, Landkreis und Krankenkassen. Spahn lobte, dass Finsterwalde zeige, „wie viel man gestalten kann mit dem, was schon im Instrumentenkasten ist“. Hier könnten Vertreter anderer ländlicher Regionen noch etwas lernen.

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