Medizinische Versorgungszentren

Jedes dritte MVZ schreibt rote Zahlen APOTHEKE ADHOC, 12.06.2018 07:58 Uhr

Berlin - Angesichts der Probleme der medizinischen Versorgung der Bevölkerung gerade auf dem Land und der sinkenden Bereitschaft des medizinischen Nachwuchses zur Praxisgründung halten viele Experten Medizinische Versorgungszentren (MVZ) für die Zukunftslösung. Allerdings läuft dort auch nicht alles rund. Viele MVZ kämpfen mit wirtschaftlichen Problemen. Knapp ein Drittel der MVZ musste im Jahr 2016 sogar finanzielle Verluste hinnehmen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuell veröffentlichte Untersuchung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi).

In der Untersuchung wurde danach unterschieden, ob ein MVZ von niedergelassen Vertragsärzten oder Dritten getragen wird. Unter den vertragsärztlich betriebenen MVZ machten nur 6 Prozent Verluste. Hinter den nicht-vertragsärztlichen MVZ stehen Träger wie etwa ein Krankenhaus oder eine Kommune. Bei diesen MVZ machten sogar 42 Prozent Verluste. Neben der Trägerschaft spielt auch der Standort eine Rolle. Überwiegend gut lief es für MVZ, die ihren Standort in einer städtischen Region haben: 74 Prozent dieser MVZ erzielten einen Gewinn.

Anders als inhabergeführte Praxen, können sich MVZ verschiedener Rechtsformen (GmbH, GbR, Genossenschaft oder öffentlich-rechtlich) bedienen. In Kombination mit den unterschiedlichen Trägerschaften werden durch diese Vielfalt Vergleiche der MVZ laut Zi untereinander erschwert. Dennoch wurden Muster deutlich. „Es zeigte sich beispielsweise, dass trotz aller Unterschiede im Leistungsspektrum die hausärztlichen Abteilungen überwiegen“, sagt Dr. Dominik von Stillfried, Geschäftsführer des Zi.

MVZ bieten überwiegend fachübergreifende Versorgungsangebote. Im Schnitt wiesen die MVZ 3,6 verschiedene Fachrichtungen beziehungsweise Fachabteilungen auf. Bei den von Vertragsärzten geführten MVZ standen die hausärztlich tätigen Abteilungen mit 46 Prozent auf Platz eins der häufigsten Abteilungen. Auch bei den nicht-vertragsärztlich geführten MVZ waren die hausärztlichen Abteilungen mit 41 Prozent am stärksten vertreten.

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