MVZ immer beliebter

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Magdeburg - Die Zahl der Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) mit mehreren Ärzten unter einem Dach hat sich nach Angaben der Ärztekammer in Sachsen-Anhalt binnen fünf Jahren verdoppelt. Im Land würden inzwischen 76 solcher Zentren betrieben, sagte die Präsidentin der Ärztekammer, Dr. Simone Heinemann-Meerz. Das sei eine wichtige Möglichkeit für Mediziner, im ambulanten Bereich angestellt zu arbeiten. Für Patienten sind die Wege obendrein kurz.

Je nach Träger gebe es aber auch wirtschaftliche Interessen. „Die haben einen anderen Druck“, sagte Heinemann-Meerz über die angestellten Ärzte. Dabei gehe es etwa um lukrative Operationen anstelle anderer Behandlungsmöglichkeiten. Von deutschlandweit rund 2500 MVZ seien aktuell 420 in der Hand von Investoren; 36 seien sogar von ausländischen Investoren übernommen worden. „Rendite-Interessen anonymer Anleger treten in Konkurrenz zum Wohlergehen von Patienten.“

Patienten sollten sich über den Träger ihres medizinischen Versorgungszentrums informieren und gegebenenfalls etwa Zweitmeinungen einholen, empfahl die Kammer-Präsidentin. In Sachsen-Anhalt würden 46 Zentren von Krankenhäusern und 17 von Vertragsärzten getragen. Bei zehn Versorgungszentren seien Pflegedienste, Heilmittel-Erbringer oder andere die Träger.

Kritisch sehen die Ärzte auch die räumliche Verteilung der Medizinischen Versorgungszentren. „Die gründen sich nicht auf dem platten Land, sondern in den Ballungszentren“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt, Dr. Jochen Schmidt. Dort aber sei die medizinische Versorgung ohnehin schon besser – Ärzte würden so eher vom Land abgezogen. „Da haben wir ein echtes Problem.“

Dr. Burkhard John, Vorsitzender des Vorstands der Kassenärztlichen Vereinigung, wies auf eine Untersuchung hin, wonach die angestellten Ärzte in den Zentren weniger effektiv seien. Ihre Leistungen lägen bei etwa 70 Prozent der von niedergelassenen Medizinern. Oft arbeiteten sie in Teilzeit. Dem Ärztemangel werde so nicht begegnet, denn zwei ausscheidende niedergelassene Ärzte müssten rechnerisch mit drei angestellten ersetzt werden. Die Möglichkeit einer Anstellung sei aber für viele, besonders junge, Mediziner eine wichtige Möglichkeit, Privatleben und Job gut zu vereinbaren.

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