Sachsen-Anhalt

MVZ immer beliebter dpa/APOTHEKE ADHOC, 09.01.2019 17:25 Uhr

Magdeburg - Die Zahl der Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) mit mehreren Ärzten unter einem Dach hat sich nach Angaben der Ärztekammer in Sachsen-Anhalt binnen fünf Jahren verdoppelt. Im Land würden inzwischen 76 solcher Zentren betrieben, sagte die Präsidentin der Ärztekammer, Dr. Simone Heinemann-Meerz. Das sei eine wichtige Möglichkeit für Mediziner, im ambulanten Bereich angestellt zu arbeiten. Für Patienten sind die Wege obendrein kurz.

Je nach Träger gebe es aber auch wirtschaftliche Interessen. „Die haben einen anderen Druck“, sagte Heinemann-Meerz über die angestellten Ärzte. Dabei gehe es etwa um lukrative Operationen anstelle anderer Behandlungsmöglichkeiten. Von deutschlandweit rund 2500 MVZ seien aktuell 420 in der Hand von Investoren; 36 seien sogar von ausländischen Investoren übernommen worden. „Rendite-Interessen anonymer Anleger treten in Konkurrenz zum Wohlergehen von Patienten.“

Patienten sollten sich über den Träger ihres medizinischen Versorgungszentrums informieren und gegebenenfalls etwa Zweitmeinungen einholen, empfahl die Kammer-Präsidentin. In Sachsen-Anhalt würden 46 Zentren von Krankenhäusern und 17 von Vertragsärzten getragen. Bei zehn Versorgungszentren seien Pflegedienste, Heilmittel-Erbringer oder andere die Träger.

Kritisch sehen die Ärzte auch die räumliche Verteilung der Medizinischen Versorgungszentren. „Die gründen sich nicht auf dem platten Land, sondern in den Ballungszentren“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt, Dr. Jochen Schmidt. Dort aber sei die medizinische Versorgung ohnehin schon besser – Ärzte würden so eher vom Land abgezogen. „Da haben wir ein echtes Problem.“

Dr. Burkhard John, Vorsitzender des Vorstands der Kassenärztlichen Vereinigung, wies auf eine Untersuchung hin, wonach die angestellten Ärzte in den Zentren weniger effektiv seien. Ihre Leistungen lägen bei etwa 70 Prozent der von niedergelassenen Medizinern. Oft arbeiteten sie in Teilzeit. Dem Ärztemangel werde so nicht begegnet, denn zwei ausscheidende niedergelassene Ärzte müssten rechnerisch mit drei angestellten ersetzt werden. Die Möglichkeit einer Anstellung sei aber für viele, besonders junge, Mediziner eine wichtige Möglichkeit, Privatleben und Job gut zu vereinbaren.

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Markt

Kosmetikhersteller

Galderma: Neue OTC-Chefin»

Bonbonhersteller

Ricola: Familie gibt Führung ab»

Handelsplattformen

Wort & Bild übernimmt Curacado-Führung»
Politik

ABDA-Mitgliederversammlung

Exit-Strategie für den Boni-Deckel»

Datenaffäre

Null und Nichts und -1»

Rx-Boni beim BVerwG

Preisbindung: Entscheidung fällt in Leipzig»
Internationales

Versorgung in Großbritannien

Brexit: Pharmaverbände befürchten Engpässe»

Schneemassen in Österreich

Apothekendach geräumt: Team atmet auf»

OTC-Marketing

Holografie: Fliegende Flaschen in der Offizin»
Pharmazie

HIV-1-Infektionen

Delstrigo/Pifeltro: Doravirin im Faktencheck»

Lungenkrebs

Takeda bringt Brigatinib»

Hämoglobinurie

FDA-Zulassung für Ravulizumab»
Panorama

Online-Handel

Ebay: Tramadol und Hormone zum Sofortkauf»

Sie wusste nichts von der Tat

Passantin verschenkt Messer aus Apotheken-Überfall»

200. Geburtstag Theodor Fontanes

Lieber Buchstaben als Mumien»
Apothekenpraxis

Hamburg

Apotheker mit Axt getötet»

Versandapotheken

Apo-Discounter: Zu viele Nebenwirkungen»

Jour Fixe Liefer- und Versorgungsengpässe

Grippeimpfstoffe hätten reichen müssen»
PTA Live

Faktencheck

Off-Label-Use: Was ist zu beachten?»

Wechselwirkungen

Immunsuppressivum überdosiert – Apotheke ist gefragt»

Pharmareferentin sucht die große Liebe

„Andere machen Paarship und Tinder, ich gehe zum Bachelor“»
Erkältungs-Tipps

Internationale Erkältungstipps

Grappa-Milch und Hot-Toddy: Hausmittel aus fernen Ländern»

Abwehrkräfte

Immunsystem: Der wichtigste Schutzschild»

Nasenschleimhaut

Winter: Stress für die Nase»