Mucosolvan Phyto Complete: Alles muss zurück

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Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass der Konzern bei der Vermarktung seiner Mucosolvan-Produkte über das Ziel hinaus geschossen ist: Im Sommer untersagte das Landgericht Frankfurt dem Konzern, mit einer antiviralen Wirkung des Ambroxol-haltigen Hustensafts zu werben. Zur selben Zeit sah sich der Konzern veranlasst, nach einer Beschwerde beim Werberat den „Anti-Bääh“-Banner aus dem TV-Spot zu verbannen. 2015 sorgte eine Kampagne für Thomapyrin auf Spiegel online für Ärger: Kunden wurden vom Banner direkt auf den Webshop von DocMorris geleitet.

Über die Einstufung von Produkten als Medizinprodukt wird immer wieder vor Gericht gestritten. Zuletzt hatte das Verwaltungsgericht Köln 2017 entschieden, dass die Halstabletten von Mallebrin und Gargarisma als Arzneimittel einzustufen sind. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hatte dem Hersteller Krewel Meuselbach bereits 2013 untersagt, die Produkte als Medizinprodukte zu vermarkten.

Vor einigen Jahren gab es bereits einen ähnlichen Rechtsstreit um Cholorhexidin-Mundspülungen, der jahrelang dauerte und verschiedene Gerichte beschäftigte. GlaxoSmithKline wollte sein Arzneimittel Chlorhexamed absichern und ging darum gerichtlich gegen verschiedene Anbieter vor, die die Mündspülungen als Kosmetikum vermarkteten, darunter auch Kreussner und Sunstar.

Der britische Konzern argumentierte, Chlorhexidin sei pharmakologisch wirksam. Die Ansicht setzte sich durch, mittlerweile gelten Produkte, die mehr als 0,1 Prozent des Wirkstoffs enthalten, als pharmakologisch wirksam. Die entsprechenden Mundspülungen von Kreussler (Dynexidin), CP Gaba (Meridol Med CHX) und Sunstar (Paroex) sind als nicht apothekenpflichtige Arzneimittel zugelassen, einige andere Produkte wurden vom Markt genommen.

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