Schleimlöser

Ambroxol: Keine antivirale Werbung APOTHEKE ADHOC, 11.09.2018 14:09 Uhr

Berlin - Sanofi darf nicht mit einer antiviralen Wirkung von Mucosolvan Hustensaft (Ambroxol) 30 mg/ 5 ml werben. Das hat das Landgericht Frankfurt am Main entschieden. Der Bezug auf eine Studie zum Wirkstoff rettete den Hersteller nicht.

Mucosolvan ist „zur sekretolytischen Therapie bei akuten und chronischen bronchopulmonalen Erkrankungen, die mit einer Störung von Schleimbildung und -transport einhergehen“ zugelassen. Sanofi wurde vor dem LG vorgeworfen, den Hustensaft unrechtmäßig beworben zu haben. In einem TV-Werbespot soll das Arzneimittel mit dem Wort „antiviral“ beschrieben worden sein. Unter einem Sternchen-Verweis ist zu lesen: „der enthaltene Wirkstoff Ambroxol zeigt antivirale Eigenschaften gegen Rhinoviren in einem Modellsystem für menschliche Atemwege“. Außerdem soll der Spot mit den Worten „und zeigt im Labor antivirale Eigenschaften“ besprochen worden sein.

Im Oktober und Dezember 2017 sollen zudem in Fachzeitschriften Werbeanzeigen abgedruckt worden sein, die das Arzneimittel mit der Angabe „antiviral“ versehen hatten, als Bezugstext wurde die veröffentlichte Studie angeführt. Der Wettbewerbsverband Integritas hatte Sanofi wegen der Werbung abgemahnt. Doch der Hersteller gab die geforderte Unterlassungserklärung nicht ab und man traf sich vor Gericht.

Gestritten wurde um § 3a Satz 2 Heilmittelwerbegesetz (HWG). Das Arzneimittel sei gemäß der Fachinformation nicht für eine ursächliche Behandlung gegen die die Erkältungsbeschwerden verursachenden Viren zugelassen, sondern allein für die symptomatische Therapie einer akuten oder chronischen Bronchitis, so die Begründung der Klage. Sanofi widersprach: Mit dem Wort „antiviral“ sei nicht das Anwendungsgebiet sondern „zulässigerweise eine Eigenschaft des Arzneimittels“ benannt worden. Es sei zulässig, „mit den in der Fachinformation unter 5.1 aufgeführten pharmakodynamischen Eigenschaften und Wirkungsweisen des Arzneimittels zu werben“.

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