Patentstreit

Inegy-Generika müssen zurück APOTHEKE ADHOC, 14.06.2018 09:04 Uhr

Berlin - Nach nur einem Monat müssen die Generika zu Inegy (Ezitimib/Simvastatin, MSD) wieder zurück. Der Originalhersteller hat eine einstweilige Verfügung erwirkt. Die Fälle, in denen die Konkurrenz zu früh auf den Markt kam, häufen sich.

Das Grundpatent für Inegy erlosch bereits im September 2014. Ein erweitertes Schutzzertifikat sicherte Ezetimib oder pharmazeutisch annehmbaren Salzen davon die Marktexklusivität bis Oktober 2017. MSD ist jedoch in Besitz eines zweiten Verfügungszertifikates für die Wirkstoffkombination. Dies sichert Ezetimib beziehungsweise Salz in Kombination mit Simvastatin das Alleinstellungsmerkmal. Das Zertifikat II wurde auf Basis des Grundpatents angemeldet und endet im September 2019. Dies geht aus einem früheren Urteil aus 2015 hervor.

Der Konzern bestätigt, für den Einzelwirkstoff die Schutzrechte im April 2018 verloren zu haben. „MSD hält aber für Inegy ein ergänzendes Schutzzertifikat mit Laufzeit bis zum 2. April 2019“, teilt eine Sprecherin mit. „Nichtsdestotrotz haben verschiedene pharmazeutische Unternehmer im Mai 2018 Fixkombinationen aus Ezetimib und Simvastatin in der Lauer-Taxe gelistet. Das Landgericht Düsseldorf hat im Mai 2018 gegen alle acht Anbieter einstweilige Verfügungen erlassen, Arzneimittel mit dem Wirkstoff Ezetimib in Kombination mit Simvastatin in Deutschland anzubieten, in Verkehr zu bringen oder zu besitzen. Aufgrund der Verfügungen dürfen die betroffenen Unternehmen derzeitig diese Wirkstoffkombinationen nicht weiter vertreiben.“

Betroffen vom Widerruf sind die Generika von 1A/Hexal, AbZ/Ratiopharm, Aliud/Stada, Klinge und Mylan. Ein Hersteller bestätigt, eine einstweilige Verfügung erhalten zu haben. Diese verbiete derzeit die Vermarktung des Nachahmerproduktes. Man habe jedoch rechtliche Schritte gegen die einstweilige Verfügung in die Wege geleitet.

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