PPI: Nur die Spitze des Eisberges

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Berlin - Eine große Studie hat gezeigt, dass ein statistischer Zusammenhang zwischen der Einnahme von Protonenpumpeninhibitoren (PPI) und dem Auftreten von Demenz besteht. Die Forscher raten, die Medikamente nur im Rahmen des Notwendigen einzusetzen und unnötige Risiken zu vermeiden. Auch andere Medikamente stehen im Verdacht, Einfluss auf die kognitiven Fähigkeiten auszuüben.

„Bisher besteht kein Kausalzusammenhang“, betont Dr. Britta Hänisch vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) in Bonn. Die von ihr und ihren Kollegen durchgeführte Studie zeige lediglich statistische Auswertungen, und die reichten nicht aus, um die Verbindung kausal zu beweisen. Verschiedene Studiendesigns und statistische Auswertungen können prinzipiell zu unterschiedlichen Ergebnissen führen.

Aus der Luft gegriffen sind die Ergebnisse deshalb aber keinesfalls – im Gegenteil. „Wir haben die Studie ja aus gutem Grund durchgeführt – und sie bestätigt Vermutungen, die von anderen Forschern bereits gemacht wurden“, so Hänisch. So hatte beispielsweise eine spanische Arbeitsgruppe in Tierversuchen festgestellt, dass in Mäusen die Konzentration von beta-Amyloid Plaques nach der Gabe von Lansoprazol deutlich zunahm. Die Plaques sind ein Zeichen einer fortschreitenden Alzheimer-Erkrankung.

Aus anderen Studien seien mechanistische Hinweise aufgetaucht, dass PPIs mit degenerativen Vorgängen im Gehirn zu tun haben. „Es ist mittlerweile klar, dass zumindest einige PPI die Blut-Hirn-Schranke überwinden“, so Hänisch. Damit könnten sie theoretisch sogar direkt in die Vorgänge der Nerven-Degeneration eingreifen. Erst kürzlich wurde außerdem festgestellt, dass PPI einen Vitamin B12-Mangel hervorrufen können, der wiederum mit der Entstehung von Alzheimer und anderen Demenzerkrankungen zu tun hat. Gründe genug also, um den tatsächlichen Einfluss der Medikamente auf das Gehirn zu untersuchen.

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