Protonenpumpenhemmer

Demenz durch Omeprazol Dr. Kerstin Neumann, 18.02.2016 12:26 Uhr

Berlin - Protonenpumpenhemmer (PPI) erhöhen möglicherweise das Risiko für Demenz bei Menschen über 75 Jahren. Das ist das Ergebnis einer Studie der Universität Bonn. So erkrankten Senioren, die etwa Omeprazol oder Pantoprazol über längere Zeit einnahmen, mit einer um 44 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit an Demenz als Probanden, die keine Säureblocker bekommen hatten.

Die Forscher um Dr. Britta Hänisch vom Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen hatten Daten von mehr als 73.000 Senioren ausgewertet. Keiner davon wies bei Studienbeginn eine Demenz auf. Von den im Verlauf der Studie diagnostizierten Demenzfällen wurde ermittelt, ob die Patienten über einen Zeitraum von mindestens 18 Monaten regelmäßig PPI eingenommen hatten.

Bei knapp 3000 Personen war dies der Fall. Dabei spielte es nach Angaben der Forscher keine Rolle, welcher Säureblocker verwendet worden war. Etwa die Hälfte der Studienteilnehmer entwickelte Alzheimer, bei den anderen 50 Prozent wurde eine andere Demenzkrankheit diagnostiziert. Die statistische Analyse ergab, dass bei Patienten mit PPI-Behandlung die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung signifikant höher war. Auch bei Patienten mit gelegentlichem Gebrauch von Säureblockern war die Rate erhöht, allerdings nicht so stark wie bei regelmäßiger Einnahme.

Schon in einer früheren Studie waren gleiche Signifikanzen aufgetaucht, allerdings war die Patientenpopulation deutlich kleiner gewesen. Außerdem hatte sich die Auswertung der ersten Untersuchung ausschließlich auf Patientenakten aus Arztpraxen beschränkt, während nun auch Daten einer Krankenkasse zur Verfügung standen.
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