Repetitorium Protonenpumpenhemmer

Omeprazol verstärkt Diazepam APOTHEKE ADHOC, 18.05.2018 09:04 Uhr

Berlin - Protonenpumpenhemmer (PPI) zählen zu den am häufigsten verordneten Arzneimitteln. Sie können nicht nur zahlreiche unerwünschte Wirkungen wie Demenz oder B12-Mangel verursachen, sondern auch mit anderen Arzneistoffen Wechselwirkungen eingehen. So kann Omeprazol beispielsweise die Wirkung von Diazepam verstärken.

Fall: Eine junge Frau leidet aufgrund eines schweren Schicksalsschlags unter Schlafstörungen. Der Arzt hat für den Notfall Diazepam verordnet. Sie könne bei Bedarf eine Tablette einnehmen. Zusätzlich verlangt die Frau eine Packung Omeprazol, da sie das Rezept verlegt hat und so die Zeit bis zum nächsten Arztbesuch überbrücken will.

Analyse: Omeprazol wird von CYP2C19 metabolisiert. Der PPI ist zudem ein moderater Hemmstoff des Enzyms. Das Benzodiazepin wird ebenfalls über das Isoenzym verstoffwechselt. Durch die Inhibition kann die Wirkung von Diazepam verstärkt oder verlängert sein.

Omeprazol ist indiziert zur Behandlung von verschiedenen Ulzera und Helicobacter pylori im Rahmen der Triple-Therapie, zur Prophylaxe und Therapie von gastrointestinalen Ulzera durch nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR), Refluxkrankheit und Ösophagitis sowie bei Zollinger-Ellison-Syndrom. Verhindert wird die Sekretion von Magensäure durch eine spezifische Hemmung der Protonenpumpe. Der Wirkstoff ist säureempfindlich und die Tabletten und Kapseln daher mit einem magensaftresistenten Überzug versehen. Die Resorption erfolgt erst im Dünndarm.

Das Prodrug gelangt über den Blutkreislauf an die Belegzellen im Magen und wird dort durch die Säure in die eigentliche Wirkform überführt. Durch Bindung an die H+/K+-ATPase wird die Protonenpumpe an der Freisetzung der Magensäure irreversibel gehemmt. Die lange Wirkdauer beruht auf der Neubildung der H/K-ATPase, was etwa ein bis drei Tage in Anspruch nimmt. Die Einnahme erfolgt üblicherweise einmal täglich am Morgen eine halbe Stunde vor oder zwei Stunden nach dem Frühstück.

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