Glaeske gibt Spende zurück

, Uhr



Wen Glaeske angezapft hat, ist nicht bekannt. Jedenfalls stand der Professor am frühen Samstagmorgen mit einem prall gefüllten Geldsack in Langefeld vor der Hauptverwaltung von Neuraxpharm. Mitten in der Nacht war er losgefahren. Um sich die Zeit zu vertreiben, hatte er im Auto vor sich hin referiert, was aber ohne Kamera nur halb soviel Spaß machte. Und mit großer Geste die Brille absetzen konnte er am Steuer auch nicht.

Nur dass Wochenende war, daran hatte er in all der Hektik nicht gedacht. Nun stand er da allein auf weiter Flur – wobei das auch sein Gutes hatte: Immerhin saß auf der anderen Straßenseite die Firma Orthomol. Auf deren Produkte hatte er sich schon vor Jahren eingeschossen, nun fürchtete er kurzzeitig, dass zurückgeschossen würde. Allein: Es kam absolut niemand vorbei an diesem Morgen, weder auf der einen Straßenseite noch auf der anderen. Und so warf er den Sack irgendwann bei Neuraxpharm über den Zaun, setzte sich ans Steuer und fuhr weiter in Richtung Elsass.

Glaeske war übrigens nicht der Einzige, der in dieser Woche wegen Spenden in den Schlagzeilen stand: Abgeordnetenwatch hatte in den Verzeichnissen des Bundestags mehrere Großspenden zugunsten der FDP entdeckt, 450.000 Euro kamen demnach von Gründern der Helios-Gruppe. Empfehlen sich die Kliniken rechtzeitig als neue Kernklientel der Liberalen, die ja ihre Liebesbeziehung zu den Apothekern bekanntlich aufgegeben haben? Nach FDP-Chef Christian Lindner durfte dessen Vize Marie-Agnes Strack-Zimmermann noch einmal nachlegen: Das Ende der Preisbindung als Folge des EuGH-Urteils sei „keine Katastrophe“. Stattdessen sollte die Begrenzung des zulässigen Waren- und Dienstleistungssortiments fallen. Und ein Rx-Versandverbot sei „unsinnig“.

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema
Weiteres
Wenig Interesse an Telemedizin
Stada-Umfrage: Arzt sticht App»
EU muss Schnittstellen-Verordnung absegnen
E-Rezept: Vorerst keine Daten für Vor-Ort-Plattformen»
Verweis auf Grippeapotheken
Abda: Apotheken können boostern»
Minister stellt Gremium zur Disposition
Spahn: Stiko taugt nicht für Pandemie»