TK-Innovationsreport 2017

TK fordert Arzneimittel-Sparpaket Lothar Klein, 20.09.2017 15:10 Uhr

Berlin - Neue Arzneimittel sind vor allem teuer und enttäuschen hinsichtlich ihres therapeutischen Nutzens. Zu diesem Ergebnis kommt der Innovationsreport 2017 der Techniker Krankenkasse (TK). In dem Report wurden 32 der neuen Wirkstoffe des Jahres 2014 daraufhin untersucht, ob sie eine bestehende Therapie verbessern, einen Zusatznutzen für die Patienten haben und ob die Kosten im Rahmen bleiben. Außerdem lässt sich anhand der Verordnungsdaten ihre Bedeutung im Markt ablesen. Zum ersten Mal ergab das Bewertungsschema des Innovationsreports keine einzige „grüne Gesamtampel“. Die Kasse fordert schon jetzt von der neuen Regierung ein Sparpaket für Arzneimittel.

17 der bewerteten Präparate wurden mit „gelb“ bewertet und 15 der neuen Arzneimittel erhielten eine rote Ampel, was laut TK meistens auf die unverhältnismäßig hohen Kosten zurückzuführen ist. Dabei stelle die Mehrzahl der neuen Medikamente keine echten Innovationen dar und erziele nur kleine Therapiefortschritte.

„Auch wenn es in einigen Bereichen Fortschritte gab, zeigt uns die Gesamtbewertung, dass die Industrie zu sehr darauf bedacht ist, hohe Preise einzufordern, statt wirklich innovative Arzneimittel zu entwickeln", so Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK. „Die Politik sollte sich hier stärker einmischen und dem Preisgebaren der Pharmaindustrie ein Ende setzen. Auch wenn wir eine leistungsfähige und profitable Pharmaindustrie brauchen, muss die Solidargemeinschaft die Kosten schultern und von Innovationen profitieren können.“

Bereits im vergangenen Jahr berichtete die TK von einer Verdoppelung der durchschnittlichen Preise für neue Arzneimittel. In diesem Berichtsjahr ist der durchschnittliche Preis pro Packung noch einmal um etwa 1000 Euro auf rund 2500 Euro gestiegen, und die Umsätze der neuen Arzneimittel im Jahr nach der Markteinführung haben sich fast verfünffacht. Im aktuellen Innovationsreport kann die teuerste Therapie sogar Kosten von bis zu 1,2 Millionen Euro pro Patient verursachen. Außerdem findet sich das als „teuerste Pille“ bekannt gewordene Arzneimittel Sovaldi im Report wieder.

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