Berlin -

Pharmageld für den Pharmakritiker? Um Gotteswillen! Was sollte aus den Innovationsreports der Kassen, aus dem Medikamentenhandbuch von Warentest und aus den Apothekentests von NDR Markt werden, wenn sich ausgerechnet die Galionsfigur der Pillenskeptiker dem Verdacht der Einflussnahme aussetzte? Gerd Glaeske durfte sich nicht zum Büttel der Industrie machen lassen! Also wählte er den einzigen Weg, den ein Mann seines Formats in einer solchen heiklen Situation gehen kann: Er brachte das Geld zurück.

Glaeske hatte lange nachgedacht. Was hatte er sich schon zuschulden kommen lassen? Das Geld war ja längst auf dem Konto, als er davon erfuhr. Hätte er die Annahme verweigern sollen? Außerdem hatte er sich erst einmal informieren müssen, wer diese Neuraxpharm überhaupt ist. Generika, das sind doch die Guten! Und als er dann erfuhr, dass hinter dem Hersteller auch noch sein alter Bekannter Thomas Strüngmann steckte, da war die Sache abgemacht. Spende rein, Report raus. Musste ja niemand wissen.

Nur diese Reporterin von Radio Bremen, die nervte. Wollte unbedingt wissen, was es mit den 200.000 Euro auf sich hatte, die da anonym verbucht waren. Und dann hatte er sich um Kopf und Kragen geredet – genauso wie im Fernsehen sonst auch, nur dass er diesmal nicht der Gute war und dass diesmal nicht zu seinen Gunsten geschnitten wurde.

Nun gut. Das Geld war längst ausgegeben, was konnte er tun? In der Kaffeekasse des Instituts war auch nichts mehr, und Sat.1 hatte für den jüngsten Apothekentest bei Akte noch nicht überwiesen. So schlecht hatte er sich nicht mehr gefühlt, seit er sich mit Ulla Schmidt überworfen hatte. Schon dachte er darüber nach, eine Hypothek für sein Château in Frankreich aufzunehmen. Da kam ihm eine Idee.

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