Glaeske und die Strüngmann-Spende

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Berlin - Professor Dr. Gerd Glaeske hat unter Apothekern und Herstellern keinen allzu guten Ruf. Denn wenn er Arzneimittel oder die Beratungsqualität zerreißt, nimmt er kein Blatt vor den Mund. Obwohl er quasi Dauergast in den einschlägigen TV-Formaten ist, hat sein Institut im vergangenen Jahr einen stattlichen Geldbetrag aus der Branche bekommen: Über den Generikahersteller Neuraxpharm überwies die Strüngmann-Familie 200.000 Euro.

Enthüllt wurde der Vorgang durch Radio Bremen. Im Spendenbericht des Bremer Senats für das Jahr 2015 waren zahlreiche Spender anonym geblieben; vor allem die Universität gab die Namen vieler ihrer Spender nicht heraus. Die Reporterin wollte wissen, was es mit der Einzelspende von 200.000 Euro auf sich hatte und hakte nach.

Gegenüber APOTHEKE ADHOC erklärte Glaeske, er habe von der Spende erst erfahren, als das Geld schon auf dem Konto der Universität war. Er habe lange überlegt, ob er die Fördermittel annehmen sollte oder nicht. Da jedoch keine Beziehung zu Neuraxpharm bestand und keines seiner Projekte mit den Produkten des auf ZNS-Präparate spezialisierten Generikaherstellers zu tun hatte, habe man die Spende akzeptiert und den Betrag für die Versorgungsforschung genutzt.

„Arzneimittel von Neuraxpharm sind nie in unserer Arbeit an irgendeiner Stelle vorgekommen oder behandelt worden, geschweige denn positiv erwähnt worden“, so Glaeske. Wichtig sei ihm die Zusicherung des Unternehmens gewesen, dass er keine Gegenleistung zu erbringen habe. Die Familie Strüngmann kenne er seit mehr als 20 Jahren, auch von Treffen bei der Holding Athos in München. Man schätze sich und stehe in Kontakt.

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