Zyto-Pfusch: Kassen verlieren Rabattpartner

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Berlin -

Apotheker Peter S. aus Bottrop sitzt in U-Haft, weil er in großem Stil bei der Herstellung von Sterilrezepturen gepanscht haben soll. Während der Fall in den Medien für Schlagzeilen sorgt, müssen Onkologen bei der Versorgung ihrer Patienten improvisieren. Denn die Apotheke war Rabattpartner mehrerer Krankenkassen.

Der 46-jährige Apotheker hatte bei der Ausschreibung der Knappschaft Bahn-See (KBS) zwei Lose geholt. Außerdem erhielt er einen Zuschlag beim gemeinsamen Vertrag von GWQ und DAK, der gestern gestartet ist.

Auch wenn der Name des Apothekers bislang nicht öffentlich genannt wurde, hat GWQ bereits umfassend und unmittelbar reagiert: Der Vertrag mit der Apotheke wurde einem Sprecher zufolge am 1. Dezember bis auf Weiteres ruhend gestellt. Alle betroffenen Onkologen wurden unverzüglich informiert. Die Versorgung wurde für andere Apotheken freigegeben. Lösungen, die gegebenenfalls für den 2. Dezember bereits vorproduziert wurden, konnten erneut durch eine andere Apotheke angefertigt werden. Eine Stellungnahme der KBS steht noch aus.

Betroffen zeigte sich Dr. Klaus Peterseim, Vorsitzender des Verbandes der Zytostatika herstellenden Apothekerinnen und Apotheker (VZA). Es gelte selbstverständlich die Unschuldsvermutung. „Aber bis gestern habe ich es nicht für möglich gehalten, dass ein Apotheker mit betrügerischen Machenschaften Gesundheit und Leben seiner Patienten aufs Spiel setzen würde.“ Die Apotheker der Region seien „zutiefst betroffen“ über diesen Fall und hätten umgehend die Versorgung der Patienten übernommen.

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