Randale vor der Apotheke | APOTHEKE ADHOC
Kunde verlangt Benzodiazepin ohne Rezept

Randale vor der Apotheke

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Berlin -

In Goslar hat ein Mann in der Jakobi-Apotheke randaliert. Er stand offenbar unter dem Einfluss berauschender Mittel und verlangte ein Benzodiazepin ohne Rezept. Als die Apothekenmitarbeiter ihn baten, die Offizin zu verlassen, weigerte er sich. Als die Polizei eintraf, kam es zu einer Prügelei.

„Der Mann war deutlich angedröhnt, entweder durch Drogeneinfluss oder Alkoholkonsum, und wollte Diazepam ohne Rezept. Er sagte, dass er es normalerweise von seinem Arzt verordnet bekommt“, sagt Apotheker Klaus Laake. „Der Kunde torkelte durch die Apotheke, anfangs dachten wir, dass er relativ harmlos sei.“ Als die Mitarbeiter ihn jedoch baten, die Offizin zu verlassen, wurde er aggressiv. „Wir haben die Polizei gerufen, die ihm vorschlug, das Gespräch vor der Apotheke weiterzuführen.“

Der 32-Jährige war kein Stammkunde der Jakobi-Apotheke. „Er war gelegentlich hier, ist in der Szene bekannt.“ Vor der Tür begann der Kunde plötzlich, auf einen Polizisten einzuschlagen. „Es kam zu einem Tumult, ein Polizeibeamter wurde zu Boden gerissen. Die Polizei hat die Situation sehr schnell in den Griff bekommen“, schildert der Apotheker.

Schließlich wurde der Mann mit Handschellen abgeführt. Der Bereitschaftsrichter ordnete eine Blutprobeentnahme an. Der 32-Jährige war so berauscht, dass er in das Krankenhaus Goslar eingeliefert wurde.

Laake nutzte den Zwischenfall, um mit seinem Team das Verhalten in solchen Notfällen durchzusprechen und seinen Mitarbeitern wichtige Verhaltenstipps noch einmal in Erinnerung zu rufen. „Die Devise lautet in so einem Notfall: Ruhe bewahren, Kasse und Türen öffnen“, sagt Laake. „Das Wichtigste ist, dass man sich keiner Gefahr aussetzt.“

Die Mitarbeiter der Jakobi-Apotheke haben ihre „Hausaufgaben“ gemacht. „Vor einiger Zeit war ein Präventionsbeamter der Polizei bei uns. Schon damals haben wir alle Sicherheitsaspekte im Team besprochen. Wir haben zum Beispiel erfahren, dass Stichwaffen wesentlich gefährlicher als Schusswaffen sind.“

Auch die Kollegen, die Notdienst machen, wurden noch einmal auf die wichtigsten Sicherheitsmaßnahmen hingewiesen: „Wenn man in der Apotheke allein ist, wird die Tür generell nie geöffnet.“ Die Ausgabe der Medikamente erfolgt ausschließlich über die Notdienstklappe. Auch wenn manche Kunden nachfragen, wissen möchten, warum das so gehandhabt wird. „Wenn wir es erklären, verstehen es eigentlich alle.“ Vielen Kunden ist nicht bewusst, welchen Gefahren Apothekenmitarbeiter zuweilen ausgesetzt sind – vernünftige Apotheker schulen ihr Team regelmäßig und erinnern an die richtigen Verhaltensmaßnahmen in Notfällen.

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