Maskenabgabe: Apotheker bekehrt DocMorris-Kunden

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Berlin - Da ist man als Apotheker seit über einer Woche noch mehr im Stress als sonst schon, um Risikopatienten kostenlose FFP2-Masken zur Verfügung zu stellen – und dann kommen Kunden, die mit Vor-Ort-Apotheken eigentlich nichts zu tun haben, aber trotzdem auf der Matte stehen, wenn es etwas umsonst gibt. Manch ein Kollege weigert sich dann, andere strecken erst recht die Hand aus: Bodo Schmitz-Urban beispielsweise. Er hat einen Patienten am HV von DocMorris- zum Stammkunden bekehrt.

Eigentlich hätte Schmitz-Urban allen Grund gehabt, dem Kunden, der am Donnerstag vor ihm stand reserviert zu begegnen: Demonstrativ stand der nämlich mit seinem DocMorris-Freiumschlag für den Rezeptversand vor ihm. „Es war wohl auch die Intention des Kunden, mir zu zeigen, dass er normalerweise bei DocMorris bestellt. Das sieht man ja auch nicht so oft“, sagt der Inhaber der Falken-Apotheke in Wuppertal. „Aber in den letzten Tagen kommen ja oft Menschen, die man sonst nicht in der Apotheke sieht.“

Doch der ältere Herr, Schmitz-Urban schätzt ihn auf 75, kam in die Apotheke, um etwas zu holen, was er bei DocMorris – noch – nicht bekommt: kostenlose FFP2-Masken. “Da er offensichtlich zur Corona-Risikogruppe gehörte, sagte ich ‚ja klar!‘“. Die Reaktion des Patienten: „Dann kriegen Sie auch mein Rezept.“ Daraufhin kam ein Gespräch zwischen beiden zustande, dass sich nicht nur um die pharmazeutische Beratung drehte, sondern ihm auch darüber hinaus überzeugte, sich lieber an die Vor-ort-Apotheke zu wenden.

„Er hatte drei Medikamente auf dem Rezept stehen, also habe ich ihn gefragt, wie er die einnimmt“, erinnert sich Schmitz-Urban. „Dabei hat sich herausgestellt, dass er gar nicht so genau wusste, wofür die eigentlich sind und wie er sie einnehmen muss.“ Der Patient habe ihm erklärt, dass er schon länger mit Blutdruckschwankungen zu kämpfen habe – deren Ursache offenbar in der falschen Einnahme lag. „Er hat sich gleich dafür bedankt und sagte, dass er das von DocMorris noch nie gehört habe.“ Also kamen sie auf das Thema Arzneimittelversand.

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