Apotheker spricht DocMorris-Kunden direkt an

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Berlin - Nur an Stammkunden sollen und wollen die meisten Apotheken die kostenlosen FFP2-Masken nicht abgeben. Aber mancher Apotheker wunderte sich schon, wer in den vergangenen zwei Wochen so alles in der Offizin erschien. Einige Besucher machten erst gar keinen Hehl daraus, dass sie normalerweise nur bei Versandapotheken bestellen. Apotheker Ramez Barekzai will die aktuelle Situation dazu nutzen, diese Kunden zurückzuholen. Ein großes Plakat in seiner Apotheke spricht DocMorris-Kunden offensiv an. Den Entwurf stellt er Kollegen zur Verfügung.

Nachdem die Oberländer Apotheke in München wegen der drei gratis Masken wiederholt von DocMorris-Kunden aufgesucht worden war, ergriff Inhaber Barekzai die Flucht nach vorn und hat einen Aufruf an Onlineshopper gestartet. Barekzai will „die Stärke der Vor-Ort-Apotheke in dieser Situation aufzeigen“.

Sein Plakat ist einem wohlbekannten Quietschgrün gehalten und groß mit „Liebe DocMorris Kunden“ überschrieben. Barezai erinnert daran, dass das Team der Apotheke die Angesprochenen in den vergangenen Tagen mit FFP2-Masken versorgt hat, was man auch weiterhin pflichtbewusst machen werde. Im Gegenzug mögen sich bitte die Onlineshopper beim nächsten Medikamenteneinkauf daran erinnern, wer sich an der aktuellen solidarischen Aufgabe beteiligt und wer nicht. Die Versender würden zudem „weitere Gemeinwohlpflichten auch in Zukunft nicht leisten werden (24-Stunden-Notdienste, Individualrezepturen…)“, heißt es auf dem Plakat.

Die Aktion zeigt Erfolg: „Viele DocMorris-Kunden haben freiwillig ein Kundenkonto bei uns eröffnet. Da waren auch Gesichter dabei, die wir seit Jahren nicht mehr in der Apotheke gesehen haben. Im selben Zug wurden dann auch Rezepte eingelöst, die eigentlich für Holland bestimmt waren“, berichtet Barekzai.

Auf diese Weise ist das Verteilen der Masken für den Inhaber der Oberländer-Apotheke eine Investition in die Zukunft. Denn auch wenn der Verordnungsgeber eine ordentliche Vergütung für die Aktion veranschlagt hat – alleine im Dezember macht der Bund 490 Millionen Euro locker – ist das allein für die Apotheken nicht automatisch ein Gewinngeschäft. Um die Verteilung bürokratisch nicht zu überfrachten, haben die Apotheken einen individuellen Betrag erhalten, der ihrem gewöhnlichen Aufkommen an Rx-Packungen entspricht.

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