Kommt ein Gullydeckel geflogen

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Beim ersten Mal hebelten die Täter die Schiebetür auf und nahmen fast die gesamte Sichtwahl mit. Der Schaden lag bei rund 6000 Euro. Beim nächsten Mal schlugen sie die Scheibe ein, stahlen Computer und Wechselgeld. Beim vierten Mal schweißten sie den Tresor im Keller auf und entwendeten mehrere hundert Euro. Beim vierten Delikt warfen sie mit einem Gully-Deckel das Schaufenster ein und stiegen so in die Apotheke ein. Die fünfte Tat war ein Raubüberfall. Zwei Männer bedrohten kurz vor Feierabend die diensthabende Apothekerin mit einem Messer und forderten Geld, dass die Angestellte ihnen gab.

Bundesweit liegt der Schaden, der Geschäften aller Branchen durch Diebstahl durch Kunden, Mitarbeiter und Lieferanten entsteht, bei rund 3,5 Milliarden Euro im Jahr. Obwohl es rund 15.000 Ladendetektive und Sicherheitsleute in den Geschäften gibt, geht der Schaden durch Ladendiebstähle seit Jahren nicht zurück. Experten gehen davon aus, dass nur 2 Prozent der Fälle erkannt und angezeigt werden. Besonders beliebt sind bei Dieben Waren, die klein, teuer und hinterher leicht zu verkaufen sind – also vieles, mit dem Apotheken ihr Geld verdienen.

In Großstädten gibt es oft sogar spezialisierte Banden, die mit großen Einkaufstaschen in Apotheke kommen und in einem unbeobachteten Moment ganze Regalmeter abräumen. Selbst wenn die Angestellten etwas mitbekommen, können sie oft nichts ausrichten: Der Dieb hat zwei bis drei Komplizen vor der Tür, die das Personal einschüchtern und dann gemeinsam schnell verschwinden.

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