Die Mittagspausen-Einbrecher | APOTHEKE ADHOC
Dreiste Methode

Die Mittagspausen-Einbrecher

, Uhr
Berlin -

Apothekendiebe werden immer dreister: Während sie normalerweise gern im Schutz der Nacht arbeiten, wurde jetzt in der Darmstädter Apotheke am Thomas-Mann-Platz während der Mittagspause eingebrochen. Die Polizei staunt.

Böse Überraschung nach der Mittagspause: Als die Mitarbeiter der Apotheke gestern nach der wohlverdienten Pause wieder in die Offizin kamen, mussten sie feststellen, dass während ihrer Abwesenheit ungebetene Gäste am Werk gewesen waren. Die Einbrecher nutzten das Zeitfenster zwischen 12.30 Uhr und 14.20 Uhr, um ihr Glück zu versuchen.

Sie verschafften sich durch eine aufgehebelte Tür Zugang zur Offizin. Ein Polizeisprecher zu APOTHEKE ADHOC: „Die Täter durchsuchten anschließend die Räumlichkeiten nach Wertgegenständen. Sie erbeuteten Bargeld in der Höhe von ein paar hundert Euro.” Die Polizei in Darmstadt hält diesen Einbruch für ungewöhnlich: „Das Besondere an diesem Einbruch ist, dass die Täter die Mittagspause ausgenutzt haben. Das ist keine gewöhnliche Tatzeit und eher selten.” An ähnliche Fälle, die sich in Arheilgen ereignet haben, kann er sich nicht erinnern. Normalerweise finden Apothekeneinbrüche nachts statt.

Die Apotheke im Darmstädter Stadtteil Arheilgen ist relativ klein und hat nicht einmal eine Webseite. Die Öffnungszeiten sind allerdings einfach online zu recherchieren, die Apotheke gehört zu jenen, die Mittagspause machen. Offenbar leichte Beute, mögen sich die Einbrecher gedacht haben.

Sommerzeit ist Einbruchszeit, immer wieder warnt die Polizei die Bevölkerung vor den Gefahren. Auch in der Offizin sollten die Apotheken-Mitarbeiter derzeit aufmerksam sein. Denn auch Diebe wissen, dass jetzt viele Menschen verreist sind und die Ladenlokale deshalb personell nicht überbesetzt sind.

Bundesweit liegt der Schaden, der Geschäften aller Branchen durch Diebstahl durch Kunden, Mitarbeiter und Lieferanten entsteht, bei rund 3,5 Milliarden Euro im Jahr. Obwohl es rund 15.000 Ladendetektive und Sicherheitsleute in den Geschäften gibt, geht der Schaden durch Ladendiebstähle seit Jahren nicht zurück. Experten gehen davon aus, dass nur 2 Prozent der Fälle erkannt und angezeigt werden. Besonders beliebt sind bei Dieben Waren, die klein, teuer und hinterher leicht zu verkaufen sind – also vieles, mit dem Apotheken ihr Geld verdienen.

In Großstädten gibt es oft sogar spezialisierte Banden, die mit großen Einkaufstaschen in Apotheke kommen und in einem unbeobachteten Moment ganze Regalmeter abräumen. Selbst wenn die Angestellten etwas mitbekommen, können sie oft nichts ausrichten: Der Dieb hat zwei bis drei Komplizen vor der Tür, die das Personal einschüchtern und dann gemeinsam schnell verschwinden.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Mehr aus Ressort
Traditionsapotheke schließt
Keine Chance ohne Rezepte »
Impfnachweise in Apotheke ausgestellt
Gefälschte Zertifikate: Drei Jahre Haft für PTA »
Versandapotheken im Rabattfieber
Black Friday: Preisschlacht bei Arzneimitteln »

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Mehr Antikörper durch bivalentes Vakzin?
Subtyp BQ.1.1: Die „Höllenhund“-Variante»
Impfmüdigkeit stellt sich ein
Geringe Nachfrage nach Valneva»
Datenschützer kritisiert „Scheuklappenmentalität“
Kelber teilt gegen Gematik und BMG aus»
Plätzchen, Glühwein und Gänsebraten
Fettleber: Adventszeit als Herausforderung»
Kaiserschnitt beeinflusst Mikrobiom
Vaginale Geburt bietet Vorteil»
Apotheker kämpfen um Gärtnerei
Für PTA und PKA: Der Garten muss bleiben!»
„Aufgaben der PTA werden immer umfangreicher.“
PTA-Förderpreis: 18. Veranstaltung mit starker Resonanz»
Herzinfarkt, Schlaganfall & Nierenschäden
Diabetes als Risikofaktor»
B-Ausgabe November
90 Seconds of my life»
Kompetenter Begleiter für alle Leser:innen ab 60
my life Senioren»
Das Kindermagazin der my life Familie
Platsch»