Diät-Pulver

Öko-Test: Diätdrinks durchgefallen

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Berlin -

Mit dem neuem Jahr kommen die guten Vorsätze. So mancher träumt von der Bikinifigur für den Sommer und will mit einer Diät vermeiden, dass aus dem Winterspeck die Frühlingsrolle wird. Schnelle Hilfe gegen überflüssige Pfunde versprechen Formuladiäten. Öko-Test hat 14 Diätdrinks untersucht – mit „magerem Ergebnis“. Abspecken ja; aber von Formuladiäten rät Öko-Test ab.

Die 14 Testprodukte stammen aus Apotheke, Drogerie und dem Lebensmitteleinzelhandel. Vertreten sind unter anderem Almased Vitalkost, Yokebe Classic (Naturwohl Pharma), Slimfast Milchshake-Pulver Schokolade (Allpharm) und Formuline Eiweiß-Diät (Certmedica International), Slim Fruity (Trinkkost) als einziges Bio-zertifiziertes Produkt sowie die Eigenmarken von dm, Aldi und Rossmann. Die Diätdrinks können Soja- und Milchbestandteile sowie Zucker und Zuckeraustauschstoffe, Vitamine, Mineralstoffe, Aromen und Pflanzenfasern enthalten. Im Labor wurden die Pulver auf Rückstände von Reinigungsmitteln, Mineralölbestandteile, Keime und gentechnisch veränderte Organismen untersucht. Als weiteres Kriterium für die Gesamtnote wurde die Anwendung und Deklaration herangezogen.

Das Ergebnis ist „ernüchternd“. Öko-Test bewertet etwa zwei Drittel der Diätdrinks mit „mangelhaft“ (Slim Fruity) oder „ungenügend“ (Almased, Formoline). Durchgefallen – „mit Pauken und Trompeten“ schreibt Öko-Test. Immerhin gibt es eine positive Nachricht, im Vergleich zum Test aus 2016 konnte erstmals die Gesamtnote „befriedigend“ (Yokebe, Eigenmarken von dm und Aldi) vergeben werden. „Ausreichend“ lautet das Gesamtergebnis für Slimfast.

Öko-Test ließ die Pulver erstmals auf gesättigte Kohlenwasserstoffe (MOSH) und aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) untersuchen. In vier Produkten konnten im Labor keine oder nur Spuren von Mineralölen nachgewiesen werden. Für drei Pulver wurden jedoch „sehr stark erhöhte“ Konzentrationen an MOSH/POSH dokumentiert. Immerhin, das problematischere MOAH konnte in keinem Diätdrink nachgewiesen werden. MOSH können sich in verschiedenen Organen anreichern, schreibt Öko-Test. In Tierversuchen führten diese zu Leberschäden. POSH sind zwar weniger erforscht, dennoch setzt Öko-Test diese aufgrund der ähnlichen Struktur mit MOSH gleich. Für beide Verbindungen gibt es bislang keine gesetzlichen Grenzwerte.

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