Keine Innovation – kein Nutzen

DGE: High-Protein-Produkte sind überflüssig

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Berlin -

Ob nun im Pudding, Quark oder Müsli – fast alles gibt es mittlerweile mit einem erhöhtem Proteingehalt. Für viele ist ein fitter, aktiver Lifestlye wichtig – Proteinprodukte sollen die tägliche Eiweißzufuhr decken, für einen straffen Körper und ein erhöhtes Muskelwachstum sorgen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) stuft die Lebensmittel als wenig innovativ, ja sogar als überflüssig ein.

Kohlenhydratreiche Nudeln ersetzen durch Protein-Nudeln? Für viele gehört das bewusste Einkaufen von High-Protein-Lebensmitteln mittlerweile zur Supermarktroutine. Es scheint, als gäbe es nichts, was es nicht auch mit einem „Mehr“ an Proteinen gibt. Kokoswasser mit Protein, Bier mit Eiweißzusatz oder High-Protein-Chips – all diese Produkte sollen den Eindruck vermitteln gesund und vor allem besser zu sein als die herkömmlichen Produkte.

DGE bestätigt fehlenden gesundheitlichen Nutzen

Proteine werden im Fitnessbereich oftmals als unerlässlich für den Muskelaufbau beworben. Das stimmt auch, denn Muskeln benötigen Proteine zum Wachstum. Nur durch Nahrungseiweiß kann der Organismus körpereigene Proteine aufbauen. Hierzu gehören beispielsweise Kreatin, Myosin und Transferrin. Für Erwachsene bis 65 Jahre empfiehlt die DGE eine tägliche Zufuhr von 0,8 g/kg Körpergewicht. Bei einem 70 Kilogramm schweren Erwachsenen wären das 56 Gramm. Viele Proteinprodukte enthalten pro Verzehreinheit 20 g Eiweiß (Beispielsweise Eiweißshake, High-Protein-Skyr usw.) – somit wird mit dem Verzehr von einem Lebensmittel bereits 35 Prozent des täglichen Proteinbedarfs gedeckt. Wirklich nötig sind diese Produkte jedoch nicht, so das Urteil der DGE.

„Aus ernährungsphysiologischer Sicht sind High-Protein-Produkte überflüssig. Wer die Vielfalt herkömmlicher Lebensmittel nutzt, bekommt genug Protein und spart sich das Geld für die meist teureren Produkte“, sagt Antje Gahl, Pressesprecherin der DGE. „Lediglich einzelne Innovationen können sinnvoll sein, etwa Nudeln aus Linsen oder Erbsen für Menschen mit Zöliakie“, ergänzt Gahl.

Gesund aber hochverarbeitet

Zudem weist die DGE auf ein weiteres Problem hin: „Viele High-Protein-Produkte sind hochverarbeitete Lebensmittel. Das sind aus kostengünstigen Zutaten – überwiegend aus industriellen Energie- und Nährstoffquellen und Zusatzstoffen – zusammengesetzte Produkte.“ Wer auf seine Gesundheit achtet, der sollte von Lebensmitteln mit zahlreichen Zusatzstoffen Abstand nehmen.

Wer viel Eiweiß zu sich nimmt muss viel trinken! Denn bei der Verdauung von Eiweißen entsteht Harnstoff, welcher renal ausgeschieden wird. Was für Gesunde kein Problem ist, kann bei Nierenkranken zum Risiko werden.

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