Shakes, Fat-Blocker & Co.

Der Push fürs Abnehmen – Was eignet sich wann?

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Berlin -

Zu Beginn des Jahres sind die Fitness-Studios voll und die Motivation zum Abnehmen ist groß. Oft wird in der Apotheke nach Unterstützung gesucht, um den Kilos den Kampf anzusagen. Mittlerweile gibt es viele verschiedene Produkte, die beim Abnehmen helfen sollen. Je nach Ziel und Lebensstil muss also zunächst das geeignete Produkt gefunden werden. Hier ein Überblick als Download.

Ein bisschen mehr Sport, etwas weniger essen – eigentlich klingt es gar nicht so schwer. Doch im stressigen Alltag lassen sich die guten Vorsätze oft nicht konsequent und vor allem nicht dauerhaft umsetzen. Alte Gewohnheiten kehren schneller zurück als man denkt und die Motivation rutscht wieder in den Keller. Verschiedene Shakes, Pillen und Pulverchen versprechen eine leichtere Abnahme und schnelle Erfolge. Das Angebot ist mittlerweile breit gefächert.

Wichtig ist zunächst einmal das Ziel abzustecken: Sollen nur ein paar Wohlfühl-Pfunde runter oder müssen wirklich viele Kilos abgenommen werden, um wieder im Normalgewicht zu landen? In letzterem Fall sollte am besten immer ein Arzt/eine Ärztin hinzugezogen werden. Denn eine Diät kann für den Körper auch zur Belastungsprobe werden. Bei kleineren Abnahmen können auch Produkte aus der Apotheke unterstützend helfen.

Schlank dank Wunderpillen?

Es sollte jedoch vermittelt werden, dass alle vermeintlichen Wundermittel keine Dauerlösung sind. Langfristig hilft nur eine Umstellung der Gewohnheiten – sowohl in Bezug auf das Essen wie auch auf die Bewegung im Alltag. Wer sich nur von Shakes ernährt oder hofft das Fett von Fastfood & Co. dank einer Tablette loszuwerden und innerhalb weniger Wochen rank und schlank zu sein, der wird schnell enttäuscht werden.

Wichtig ist, sich realistische und kleine Ziele zu setzen, die erreichbar sind. So kann beispielsweise schon ein Spaziergang mehr am Tag oder das Erreichen eines bestimmten Schrittziels bereits eine Veränderung bringen. Auch sogenannte „Null-Diäten“ oder zu niedrig angesetzte Kalorienziele sind nicht sinnvoll: Denn dauerhaft unter dem benötigten Energiebedarf zu leben, verlangsamt den Stoffwechsel nur und führt zu Heißhunger.

Außerdem gibt es nicht die eine Lösung: Je nach Ausgangsgewicht, Alltag und Lebensumständen muss individuell eine dauerhaft umsetzbare Lösung gefunden werden. Alle Abnehm-Produkte können jedoch zu Beginn eine gute Ergänzung oder ein Startschuss für eine künftige Veränderung sein.

Welche Produkte können helfen?

In der Apotheke stehen neben den klassischen Shakes vor allem Carb-Blocker oder Fett-Hemmer im Fokus. Auch Quellmittel, die den Magen füllen und so für weniger Hunger sorgen können, werden angeboten. Auf Rezept sind außerdem Appetitzügler erhältlich – hier muss die Therapie jedoch stets ärztlich überwacht werden.

Hier findet ihr die Abnehm-Helfer im Überblick als Download.

Shakes & Trinknahrung

  • „Vollwertige“ Mahlzeiten
    • Einnahme in Phasen: zu Beginn werden alle Mahlzeiten ersetzt, später nur noch eine
    • Zugabe von Öl beachten, um die Vitaminaufnahme zu fördern
    • z.B. Almased (Almased), Yokebe (Naturwohl)
  • Formula Diäten
    • Können 1 bis 3 Mahlzeiten am Tag ersetzen, Verzehr nach Plan
    • Fallen unter § 14 der deutschen Diätverordnung
    • Definierte max. 400 Kalorien pro Mahlzeit
    • Ärztlich meist ab BMI 30 empfohlen
    • z.B. Slimfast (Allpharm), Optifast (Nestlé)
  • Eiweißdrinks
    • Zahlreiche Anbieter am Markt (vor allem außerhalb der Apotheke), sehr bekannt: ESN, MyProtein, Foodspring (in der Apotheke erhältlich)
    • Oftmals sind große Mengen Eiweiß enthalten, Menschen mit Niereninsuffizienz sollten nur begrenzt Eiweißshakes konsumieren
    • Zuckeraustauschstoffe oder Süßstoffe können zu Blähungen und Durchfall führen
  • Vitamin-Shakes
    • Werden vor allem in den sozialen Medien angeboten und beworben
    • Auch Rezepte für Smoothies, die angeblich die Fettverbrennung anregen werden im Internet verbreitet

Fat-Blocker

  • Zur Gewichtsreduktion oder Gewichtskontrolle
  • Sollen die Aufnahme von Fetten aus der Nahrung hemmen
  • Durch die Einnahme werden fettspaltende Enzyme blockiert oder Fette gebunden
  • Überschüssige Fette werden ausgeschieden statt im Körper abgelagert
  • Fat-Blocker können nur eine bestimmte Menge Fett „blockieren“, wird darüber hinaus konsumiert kann sich das in Verdauungsbeschwerden wie Durchfällen, Fettstühlen, Blähungen und Krämpfen äußern
  • Orlistat (Hexal, Ratiopharm und weitere): Hemmung des gastrointestinalen Enzyms Pankreaslipase, Fette werden zum Teil wieder unverdaut ausgeschieden
  • Formoline L112 (Certmedica): Inhaltsstoff: Faserstoff Polyglucosamin mit sehr hoher Fettbindungskapazität, bindet Fette aus der Nahrung und bildet ein Gel, welches ausgeschieden wird

Carb-Blocker

  • Carb-Blocker enthalten meist einen pflanzlichen Glykoproteinkomplex der die Aufnahme von langkettigen Kohlenhydraten hemmen soll
  • möglicher Inhaltsstoff: Chaseolin aus der Kidneybohne, es enthält ein Enzym, das die Aufspaltung von Kohlenhydratmolekülen hemmen soll
  • z.B. BodyMedica Kohlenhydratblocker (Districon)

Quellmittel

  • meist ist Glucomannan enthalten, es wird aus der Konjakwurzel gewonnen und ist ein starkes Quellmittel
  • Vor den Mahlzeiten eingenommen soll es für schnellere Sättigung sorgen, sodass nur kleinere Essensmengen aufgenommen werden
  • z.B. Refigura (Heilpflanzenwohl)

Nahrungsergänzungsmittel

  • Versprechen ein Ankurbeln des Stoffwechselns durch Vitamine oder Mineralstoffe
  • Meist müssen mehrmals täglich mehrere Kapseln/ Tabletten eingenommen werden, jeweils vor den Mahlzeiten

Appetitzügler: Die verschreibungspflichtigen Helfer

Die verschreibungspflichtigen Alternativen sind vor allem bei großem Übergewicht (BMI > 30) indiziert. Die Therapie erfolgt immer begleitend durch einen Arzt. Bei längerer Anwendung kann es zu Herzproblemen und Lungenhochdruck kommen, daher muss die Therapie engmaschig überwacht und das Nutzen-Risiko-Verhältnis abgewogen werden.

Weitere mögliche Nebenwirkungen sind: Depressionen, Psychosen, Nervosität, Unruhe, Anspannung, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Schwindel, Herzrhythmusstörungen, Mundtrockenheit, Hypertonie, gastrointestinale Beschwerden

  • Tenuate (Amfepramon hydrochlorid, Kyberg): synthetische chemische Verbindung aus der Gruppe der Phenethylamine, Amphetaminderivat
  • Regenon (Amfepramon hydrochlorid, Temmler): Sympathomimetikum mit Adrenalin-ähnlicher Wirkung
  • Alvalin (Cathin, Riemser) Vertrieb im vergangenen Jahr eingestellt, BfArM hat die Zulassung aufgrund eines negativen Nutzen-Risiko-Verhältnises nicht verlängert.
  • Saxenda (Liraglutid, Novo Nordisk), GLP-1-Rezeptoragonist der eigentlich bei Diabetes (Victoza, Novo Nordisk) eingesetzt wird. Das Hungergefühl im Gehirn unterdrückt und die Magenentleerung verlangsamt, das Sättigungsgefühl bleibt länger bestehen.
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