Schlankheitsmittel

Öko-Test: „Befriedigend“ für Orlistat

/ , Uhr
Berlin -

Einmal „befriedigend“, achtmal „mangelhaft“, alle anderen „ungenügend“ – das ist das ernüchternde Ergebnis eines Schlankheitsmittel-Tests der Zeitschrift „Öko-Test“. 21 Präparate aus Apotheken, Drogerien und Discountern haben sich die Tester vorgenommen. Keines konnte richtig überzeugen.

Die Mittel setzen unterschiedlich an: Der Wirkstoff Orlistat etwa hemmt die Spaltung der Fette im Dünndarm. Dadurch soll der Körper weniger Kalorien aufnehmen. Es ist der einzige Wirkstoff, dessen Wirkung auch tatsächlich ausreichend belegt ist, schreiben die Tester. Aber: Ein dauerhafter Erfolg stellt sich nur ein, wenn die Einnahme mit einer Änderung des Lebensstils kombiniert wird. Das entsprechende Produkt bewerteten die Tester daher nur mit „befriedigend“.

Acht getestete Produkte sollen Nahrungsfette binden, so dass der Körper sie nicht nutzen kann. Andere verbrennen angeblich Fett. Ausreichend bewiesen ist beides nicht, bemängeln die Tester. Andere Mittel setzen auf eine sättigende Wirkung. Das könne eine Gewichtsabnahme zwar erstmal begünstigen. Langfristig helfe es aber nicht dabei, schlank zu bleiben.

Apotheken bieten eine breite Produktpalette um das Abnehmen zu unterstützen. Auf dem Weg zur Traumfigur sollen beispielsweise eiweißhaltige Shakes eine Mahlzeit ersetzen. Der Körper soll die Energie aus den Fettreserven gewinnen und nicht aus den Muskeln. Die Pulver können zum Beispiel Soja-, Milch-, Molke-, Hühnerei oder Weizenprotein enthalten. Je mehr Eiweißquellen enthalten sind, desto höher ist die biologische Wertigkeit.

Auch Tabletten und Kapseln schüren die Hoffnung auf eine Gewichtsreduktion. Durch die Einnahme von entsprechenden Medizinprodukten soll die Aufnahme von Fett und Kohlenhydraten verhindert werden. Neben Fettbindern und Kohlenhydratblockern sind auch Sättigungskapseln erhältlich.

Das Problem: Werden Fette gebunden, können auch die fettlöslichen Vitamine nicht mehr aufgenommen werden. Ebenso kann als Nebenwirkung Fettstuhl auftreten. Kunden sollten die Präparate mindestens mit einem Abstand von vier Stunden zu anderen Medikamenten einnehmen, denn die Aufnahme von zum Beispiel Hormonpräparaten, Antiepileptika oder Blutverdünnern ist gefährdet. Kunden müssen darauf hingewiesen werden, dass die Einnahme lediglich Fette bindet und ausschleust, Kohlenhydrate etwa aus Pasta, Kartoffeln oder Süßigkeiten werden nicht beeinflusst.

Der Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln kann das Abnehmen unterstützen. L-Carnitin zum Beispiel transportiert Fettsäuren und wandelt diese in Energie um. Die Substanz hat den Ruf, die sportliche Leistung zu verbessern und die Regeneration zu beschleunigen. Verzweigtkettige Aminosäuren (BCAA) und L-Glutamin können ebenfalls begleitend eingesetzt werden. Die BCAA sollen die Energiegewinnung unterstützen und eine antikatabole und anabole Wirkung haben.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Mehr aus Ressort
Abgrenzung und Behandlung
Sonnenstich oder Hitzschlag?

APOTHEKE ADHOC Debatte