Bühler-Petition

Noweda kontert ABDA-Präsident Schmidt Lothar Klein, 18.07.2019 10:47 Uhr

Im Diskussionsforum zur Petition findet sich ein Betrag zur Erläuterung der Wirkung des EuGH-Urteils vom 19. Oktober 2016: „Offenbar hat keiner der Politiker und Apotheken-Hasser sich mal mit dem Urteil des EuGH aus 2016 befasst, daher mal eine saloppe Zusammenfassung“, heißt es dort. Der EuGH hat also 2016 festgestellt, dass die Preisbindung bei rezeptpflichtigen Arzneimitteln nicht für Apotheken die Arzneimittel aus EU-Ländern nach Deutschland schicken gilt. Das Geschäftsmodell der Versandapotheken hält er für verzichtbar, aber um den Versandapotheken überhaupt einen Marktzugang zu ermöglichen, da sie offenbar sonst nicht gegen Apotheken Vor-Ort bestehen können, hebt er die Preisbeschränkung auf verschreibungspflichtige Medikamente auf, um durch die Gewährung von Rabatten Kunden anzulocken und so sich im Markt etablieren zu können.

Der EuGH sehe darin auch kein Problem für die im Inland ansässigen Apotheken, da sie ja im Alltag viel leichter Zugang zum Kunden erhalten könnten durch direkten Kontakt. Gemeinwohlpflichten wie Notdienst, Akutversorgung, Herstellung von Rezepturen nehme er zur Kenntnis, rate aber in den Apotheken Vor-Ort die Preise entsprechend anzupassen um eventuelle Verluste an die Versender auszugleichen: Da Land-Apotheken im Gegensatz zu Stadt-Apotheken weniger Konkurrenz im Umfeld hätten, wären höhere Preise dort leichter durchzusetzen, um so weiterhin die Gemeinwohlpflichten erfüllen zu können.

„Im Klartext, der Bewohner auf dem Land soll also mehr bezahlen, weil er dummerweise auf dem Land wohnt, damit die Versorgung dort nicht wegbricht, dass ein ausländischer Konzern (Schweiz/Saudi-Arabien) sein dubioses Geschäftsmodell etablieren und Reibach machen kann, mit eventuell verschlechterter Versorgung für die Bewohner auf dem Land“, argumentiert der Diskutant. Während momentan jeder in jede Apotheke gehen könne, um ein Rezept einzulösen, auch im Urlaub, könne es dann passieren, dass er zuerst die Krankenkasse kontaktieren müsse, um zu erfahren, welche Apotheke für ihn noch in Frage komme oder er erst mal nachfragen müsse, was das Medikament kostet, bevor er beim günstigsten Anbieter zuschlagen dürfe. „Wird hier jedem Leser die Absurdität und der soziale Sprengstoff bewusst?“, so der Text. Wenn dann die Versorgung Vor-Ort wegbreche, sei man natürlich zwangsläufig auf den Versand angewiesen. Dann aber zu dessen Preisen, egal wie hoch, mit den von ihm diktierten Lieferzeiten.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Mehr aus Ressort

Weiteres
Coronavirus

Hilfe für Gesundheitsämter

BKA sucht nach Kontaktpersonen»

Verbreitete Immunität

Corona-Hotspot Bergamo steht besser da als im Frühjahr»

Bald erste Ergebnisse zur Wirksamkeit

Corona-Impfstoff: Biontech auf Zielgerade»
Markt

Was passiert am 1. November?

Faktencheck AvP-Insolvenzverfahren»

Versender lässt Kunden abstimmen

Apo-Discounter fragt nach Konkurrenz und Vor-Ort-Apotheken»

Nahrungsergänzungsmittel

Schwabe steigt bei Braineffect ein»
Politik

Abda-Wahlen

BAK: Fünf Posten, sieben Kandidaten»

Reserve für Covid-Patienten

Leere-Betten-Prämie für Kliniken»

Engpass bei Grippeimpfstoff

Massiver Unmut: Hausärzte kritisieren Kassen»
Internationales

Reichensteuer und höhere Sozialabgaben

Corona-Kosten: Spanien bittet zur Kasse»

Rechtliche Lage nicht eindeutig genug

Österreich: Apotheken stoppen Testungen»

Krankenhäuser überlastet

Trotz Corona-Infektion: Ärzte und Krankenpfleger arbeiten weiter»
Pharmazie

Defektes Primärgefäß

NaCl 0,9 %: Risse in der Flasche»

Arzneimittelinduzierte Hepatoxizität

Esbriet: Schwere Leberschäden möglich»

 Erhöhtes Risiko

Fluorchinolone: Gefahr für die Herzklappe»
Panorama

Höchstwert

RKI-Daten: 7-Tage-Inzidenz nun bundesweit über 100»

Schlaf wichtiges Vorbeugungsmittel

Wissenschaftler: Corona-Angst raubt Menschen den Schlaf»

Grippeimpfstoffe

Apothekerverbände bleiben zweckoptimistisch»
Apothekenpraxis

adhoc24

Versender fordern Pauschale / Spahns Rückkehr / Biontech optimistisch»

Bundesverwaltungsgericht

Geschenkpapier unterläuft die Preisbindung»

Masken, Visier & Co.

Wie viel Luft kommt durch?»
PTA Live

Nur ein Kunde pro 10 Quadratmeter

Bald wieder Warteschlangen vor Apotheken?»

Zwei Jahre Securpharm

N-Ident-Zertifikat verlängern»

Abfallmanagement

Wohin mit den Corona-Proben?»
Erkältungs-Tipps

Duale Behandlung bei Erkältungsinfekten

An obere und untere Atemwege denken»

Erkältung, Allergie, Medikamente

Schnupfen ist nicht gleich Schnupfen»

Wenn die Temperatur steigt

Hausmittel bei Fieber: Wann und wie?»
Magen-Darm & Co.

Fremdkörpergefühl im Hals

Globussyndrom: Auch an den Magen denken»

Trendprodukt Selbsttests

Was können Darmflora-Analysen & Co.?»

Vitamin-B12-Mangel

Fehlender Intrinsic Factor»
Kinderwunsch, Schwangerschaft & Stillzeit

Supplemente in der Schwangerschaft

Folsäure & Jod: Nur die Hälfte ist versorgt»

Geschlechtsbestimmung

Mädchen oder Junge? Der Genetik auf der Spur»

Kaiserschnitt ist kein Muss

HIV und Schwangerschaft»
Medizinisches Cannabis

Sonder-PZN, Lieferengpässe & Co.

Retaxgefahr Cannabis»

Blüte, Extrakt, Kapsel

Cannabis: Schritt für Schritt zur Rezeptur»

Wie setzt sich der Abgabepreis zusammen?

Cannabis-Rezept: Taxierung»
HAUTsache gesund und schön

Risse, Ekzeme, Juckreiz

Was ist trockene Haut?»

Verwöhnprogramm für die Haut

Pflege hoch zwei: Gesichtsmaske und Peeling»

Viel hilft nicht immer viel

Überpflegung der Haut»