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NIK: Lotse für Betroffene Marion Schneider, 19.04.2018 12:43 Uhr

Berlin - Das Netzwerk Autoimmunerkrankter Menschen (NIK) hat sich auf die Fahnen geschrieben, ein Lotse für Betroffene zu sein. Wo finde ich einen Spezialisten? Wie ernähre ich mich richtig? Wer zeigt mir, wie ich Injektionen setzen kann? Das sind die Fragen, bei denen der Verein Hilfe bietet. Für das Engagement wurde NIK mit dem CSR.VISION Award in Silber geehrt.

Tanja Renner leidet unter der Autoimmunerkrankung Psoriasis Artrithis. Bis ein Arzt ihre Leiden richtig diagnostizierte, dauerte es mehrere Jahre. „Ich bin abends gesund ins Bett gegangen und konnte morgens nicht mehr laufen“, erinnert sie sich. Vor 13 Jahren brachte eine Biologika-Therapie ihr endlich Linderung. Doch als sie schwanger wurde, musste die pharmazeutische Kauffrau ihre Medikamente absetzen und die Realität holte sie wieder ein. „Ich konnte meine Tochter nicht halten, weil ich so geschwollene Gelenke hatte“, sagt Renner.

Das weckte in Renner den Wunsch, auch andere Betroffene zu einer Therapie zu motivieren. Ende 2016 gründete sie mit sechs weiteren Personen das „Netzwerk Autoimmunerkrankter Menschen“, kurz NIK. Ganz bewusst entschieden sich die Vereinsgründer dafür, sich nicht nur einer Autoimmunerkrankung zu widmen. „Die Erkrankungen greifen häufig ineinander über“, erklärt Renner.

Ein Selbsthilfeverein ist NIK nicht, vielmehr sieht man sich als Lotse. „Wir wollen den Betroffenen zeigen, wo die Spezialisten sind“, sagt Renner. Gemeint sind nicht nur Ärzte, sondern auch Menschen, die die Erkrankten im Alltag entlasten können. Die Mitglieder können zweimal jährlich kostenlos einen Nurse-Service in Anspruch nehmen. Die Schwester könne den Patienten zum Beispiel zeigen, wie man Injektionen selbst setzt und damit Therapieabbrüche reduzieren. Außerdem gibt es eine Ernährungsberatung und eine Physiotherapeutin bietet Kurse für die Mitglieder an.

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