MVDA: Corona-Tests in Apotheken

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Berlin - Der Marketing Verein Deutscher Apotheker (MVDA) meldet sich mit dem Positionspapier „Lessons learned aus der Corona-Krise: Anregungen der Apotheken vor Ort“ zu Wort. Darin fordert der MVDA mehr Verantwortung für die Apotheken, die in der Corona-Krise ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt hätten. Unter anderem schlägt der MVDA vor, in Apotheken Corona-Tests durchzuführen. Zudem fordert der MVDA das Botendiensthonorar zu entfristen und einen finanziellen Rettungsschirm über die Apotheken aufzuspannen.

Im Vergleich zu seinen europäischen Nachbar- und Partnerländern sei Deutschland bislang vergleichsweise glimpflich aus der Corona-Krise hervorgegangen. Dafür seien nicht zuletzt die Leistungen der Apotheker weit über das normale Maß der vorgegebenen Öffnungs- und Notdienstzeiten verantwortlich. Neben der üblichen und natürlich stark gestiegenen Beratungsleistung für ihre Kundinnen und Kunden hätten sich die Apotheken vor Ort vor allem für die Versorgung „ihrer“ Heime und Senioreneinrichtungen mit Desinfektionsmitteln aus eigener Herstellung und mit der Beschaffung von Masken und Schutzkleidung stark gemacht. Auch die Belieferung der weitgehend von der Außenwelt abgeschnittenen älteren Bürger – ob im Heim oder zu Hause – mit Arzneimitteln und Medizinprodukten des täglichen Bedarfs wäre ohne den engagierten Einsatz der tragfähigen lokalen oder regionalen pharmazeutischen Netzwerke nicht möglich gewesen, so der MVDA.

Neben der täglichen Präsenz in der Offizin hätten sich die Leistungen der Apotheker vor allem in der persönlichen Betreuung und Versorgung von Patienten in ihrer häuslichen Umgebung – sei es im Heim oder in den eigenen vier Wänden – bewährt. Dieser räumlichen Überbrückung der viel zitierten „letzten Meile“ werde vor dem Hintergrund einer immer älter werdenden Bevölkerung eine wachsende Bedeutung zukommen, und die Corona-Krise hat gezeigt, dass diese Versorgungsherausforderungen nicht mit bloßem Versand abgedeckt werden könne. „Der Botendienst gehört seit Jahren zu den defizitären Leistungsangeboten der Vor-Ort-Apotheken, doch demografischer Wandel und abnehmende Apothekendichte verschärfen die Notwendigkeit für ein solches Versorgungsangebot, so dass es unabdingbar ist, den Botendienst zukünftig als „kostendeckend gegenfinanzierten festen Bestandteil des Arzneimittelversorgungssystems zu etablieren“.

Auch Angebote zur Telepharmazie würden vom MVDA und seinen Mitgliedern grundsätzlich begrüßt. Pharmakologische Beratung und Betreuung sei bei persönlicher Kenntnis der Rahmensituation über einen begrenzten Zeitraum auch über digitale Medien möglich. Mehr noch: Unter den epidemiologisch gebotenen Maßgaben der sozialen Distanz gewährleistet das niederschwellige und dichte Netz an Vor-Ort-Apotheken in Deutschland den ersten individuellen und persönlichen Kontakt der Bürger zum Gesundheitssystem. Auf diese Potentiale könnte beispielsweise im Bereich der Früherkennung und des vormedizinischen Monitorings bei der Überwachung von Köperwerten zukünftig auch in Online-Formaten zurückgegriffen werden, um die Belastungen des Gesundheitssystems insgesamt auf mehr Schultern zu verteilen. „In diesem Zusammenhang regen wir dringend die Erstellung eines verbindlichen Aufgaben- und Honorierungskataloges für telepharmazeutische Leistungen an, die beim individuellen und lokalen Behandlungsumfeld des Patienten ansetzen und dieses berücksichtigen können“, so der MVDA weiter.

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