Grintuss Hustensaft – Verpackung irreführend

, Uhr

Berlin - Aboca hatte den Vertrieb des Grintuss Hustensaftes in Deutschland vorerst ausgesetzt. Grund hierfür war ein Gerichtsurteil vom Landgericht Mannheim, welches die Beschreibung auf der Umverpackung des Sirups als irreführend einstufte. Der Verbraucher könne die Werbung dahingehend verstehen, dass das Produkt sowohl bei trockenem als auch bei produktivem Husten wirke. Ab Mitte März tauscht Aboca die Packungen 1:1 aus.

Einstufung als Medizinprodukt

Bei dem Hustensaft handelt es sich um ein Medizinprodukt der Klasse IIa gemäß der europäischen Gesetzgebung eine CE-Zertifizierung. Der italienische Hersteller ist der Ansicht, dass die Aussagen auf dem Etikett aufgrund der Einstufung somit rechtmäßig und konform sind. Aboca wird nach eigenen Aussagen Berufung gegen das Urteil einlegen, die Verpackung wird dennoch angepasst. Der Verkauf des Hustensaftes darf in den Apotheken erst wieder nach der Auslieferung der überarbeiteten Verpackung erfolgen.

Gerichtsurteil als Chance

Aboca sieht in dem Urteil die Möglichkeit über nicht-pharmakologische Wirkmechanismen von Medizinprodukten zu informieren. Der italienische Hersteller möchte sein Produkt durch eine im März startende Kampagne beim Apothekenpersonal bekannter machen. Die Kampagne soll allgemein über das therapeutische Potential von pflanzlichen Medizinprodukten informieren.

Medizinprodukt-Klasse IIa

Bei Arzneimitteln ist die Hauptwirkung pharmakologisch, immunologisch oder metabolisch, bei Medizinprodukten hingegen physikalisch. Grintuss enthält als Medizinprodukt keine ganzen, pharmakologisch wirksamen Extrakte aus Heilpflanzen, sondern nur bestimmte Fraktionen. Die ausgewählten Fraktionen besitzen hauptsächlich eine physikalische Wirkung – eine pharmakodynamische Wirkung soll nicht vorhanden sein. Der Hustensaft wirke somit auf der Oberfläche der Schleimhaut.

Die Risikoklassen der Medizinprodukte sind EU-weit festgelegt. Die Einteilung in eine Risikoklasse obliegt dem Hersteller mit der Zweckbestimmung. Insgesamt gibt es vier Risikoklassen, die ein unterschiedlich hohes Risikopotential tragen: Klasse I, Klasse IIa, Klasse IIb und Klasse III. In die Kategorie IIa sind Medizinprodukte mit mittlerem Risiko für den Patienten. Der Anwendungszeitraum ist kurzfristig, dass bedeutet unter 30 Tage. Der Invasivitätsgrad ist mäßig.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Liebe Nutzerin, lieber Nutzer,

eigentlich sollten hier die Kommentare zum Artikel stehen.
Leider funktioneren die Kommentare seit ein paar Tagen nicht mehr für manche Nutzer und Sie scheinen leider zu diesen zu gehören.
Bitte versuchen Sie, alle Cookies von apotheke-adhoc zu löschen. Die Kommentare sollten anschließend wieder angezeigt werden. Eine andere Möglichkeit wäre, einen anderen Browser zu verwenden.
Sollte dies nicht der Fall sein, verwenden Sie bitte unser Kontaktformular und schicken Sie uns Informationen über Ihr Betriebssystem und den verwendeten Browser, damit wir Ihnen weiterhelfen können.

Eine Anleitung, wie Sie Ihre Cookies löschen können, finden Sie z.B. hier.

Neuere Artikel zum Thema

Weiteres
Zwischenblutungen und unregelmäßige Menstruation
Beeinflusst die Covid-Impfung den weiblichen Zyklus?»
Öffnungszeiten und beschäftigte Mitarbeiter
Corona-Tests: Neue Dokumentationspflichten»
Apotheker baut Botendienst massiv aus
Doppeltour als E-Rezept-Vorbereitung»
Herausforderung Taxation
E-Rezepte im Krankenhaus»
Wie soll es funktionieren?
FAQ: Die PTA und das E-Rezept»
Wie erzielt man Reichweite?
Instagram für die Apotheke»
Apotheker enttäuscht über Entschädigung
PTA muss 11.400 Euro an Ex-Chef zahlen»
Rätselbilder für echte Kenner
Zu wem gehört das Logo?»