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Phytopharmaka

Akuter Husten: Prospan in Leitlinie

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Berlin -

Die aktuelle Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) zur Behandlung von akutem Husten bei Erwachsenen wurde aktualisiert. Die Empfehlung zur Einnahme von Efeuextrakten wird aufgrund aktueller Studiendaten ergänzt. Die Reduktion des Hustenschweregrades unter Einnahme von Prospan wurde bestätigt.

Phytotherapeutika enthalten eine Reihe potenzieller Wirkstoffe, die aus Pflanzen extrahiert werden. Wirkstoffgehalt und Wirkung hängen von folgenden Faktoren ab: Herkunft der Pflanze, Extraktionsmethode und Herstellungsverfahren. Somit sind verschiedene Extrakte zum Beispiel aus Efeu untereinander nicht austauschbar. Studienergebnisse gelten innerhalb der Phytotherapie nur für das getestete Präparat, nicht für die untersuchten Pflanzen.

Der in Prospan enthaltene Wirkstoff EA 575 zeigte in aktuellen Studien eine Reduktion des Hustenschweregrades innerhalb von sieben Tagen. Eine entsprechende Reduktion in der Placebo-Gruppe trat erst nach 14 Tagen auf. Die enthaltenen Saponine bedingen die expektorierende Wirkung. Durch lokale Reizung der Bronchialschleimhaut wird die Sekretion des Schleims angeregt. Durch eine vermehrte Produktion wird dieser verflüssigt und kann leichter abgehustet werden. Im Magen reizen Saponine die Nerven der Magenschleimhaut, hierdurch wird die Sekretolyse in den Bronchien gesteigert. Verengte Atemwege können aufgrund der bronchodilatorischen Wirkung erweitert werden. Zudem lindert EA 575 die Entzündung und damit den Hustenreiz.

Prospan ist als Saft, Liquid, Tropfen, Lutschpastille und Brausetablette verfügbar. Alle Darreichungsformen enthalten Efeublätter-Trockenextrakt. Der Hustensaft für Kinder kann bereits Säuglingen verabreicht werden. Anwendungsgebiete sind neben akuten Entzündungen der Atemwege auch chronisch-entzündliche Bronchialerkrankungen mit der Begleiterscheinung Husten. Die Anwendungsdauer innerhalb der Selbstmedikation beträgt eine Woche. Bei Auftreten von hohem Fieber oder eitrigem Auswurf sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Mehrere pflanzliche Mittel stellten sich in randomisierten, kontrollierten Studien als wirksam in Bezug auf die Dauer und Intensität des akuten Hustens gegenüber Placebo dar. Sekretolytische, antitussive, antientzündliche und antivirale Effekte wurden für mehrere Pflanzenextrakte nachgewiesen. Als wirksam erwiesen sich Monopräparate aus Efeu, Cineol, Myrtol und Pelargoniumextrakt und Kombinationspräparate aus Efeu und Thymian sowie Primel und Thymian. Bei den pflanzlichen Wirkstoffen gibt es nicht immer eine klare Trennung der Wirkungsweise als Hustenblocker oder Expektorans.

Die häufigsten Ursachen von akutem Husten sind in erster Linie Virusinfekte, gefolgt von akuten Verschlechterungen bei Asthma und COPD sowie Pneumonien. Der Husten infolge eines akuten Virusinfektes kann nach Abklingen bis zu 8 Wochen oder länger persistieren. Besteht er länger als zwei Monate, so spricht man von einer Chronifizierung. Die Diagnose eines akuten Hustens erfordert laut DGP in der Regel nur die Erhebung der Anamnese. Darüber hinaus kann nach der beruflichen Tätigkeit und eventuellen Umwelteinflüssen gefragt werden, weiterführende Untersuchungen sind nicht erforderlich.

Auf einen möglichen bakteriellen Infekt weist ein gelblich bis grünlich gefärbter Auswurf hin. In den Leitlinien wird darauf verwiesen, dass ein ansonsten gesunder Patient selbst bei bakterieller Infektion nicht zwangsläufig mit Antibiotika therapiert werden muss. Die Differenzierung zwischen einem viralen und einem bakteriellen Infekt auf Basis klinischer Merkmale sei in den meisten Fällen nicht möglich. Laut DGP profitieren nur Patienten mit bestehender Grunderkrankung (COPD, Asthma, Diabetes) von einer antibiotischen Therapie. Hält der Husten begleitet von grünlich-gelben Sputum länger als zwei Wochen an, sollten Betroffene einen Arzt aufsuchen.

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