Phytopharmaka

Akuter Husten: Prospan in Leitlinie Alexandra Negt, 16.10.2019 16:59 Uhr

Berlin - Die aktuelle Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) zur Behandlung von akutem Husten bei Erwachsenen wurde aktualisiert. Die Empfehlung zur Einnahme von Efeuextrakten wird aufgrund aktueller Studiendaten ergänzt. Die Reduktion des Hustenschweregrades unter Einnahme von Prospan wurde bestätigt.

Phytotherapeutika enthalten eine Reihe potenzieller Wirkstoffe, die aus Pflanzen extrahiert werden. Wirkstoffgehalt und Wirkung hängen von folgenden Faktoren ab: Herkunft der Pflanze, Extraktionsmethode und Herstellungsverfahren. Somit sind verschiedene Extrakte zum Beispiel aus Efeu untereinander nicht austauschbar. Studienergebnisse gelten innerhalb der Phytotherapie nur für das getestete Präparat, nicht für die untersuchten Pflanzen.

Der in Prospan enthaltene Wirkstoff EA 575 zeigte in aktuellen Studien eine Reduktion des Hustenschweregrades innerhalb von sieben Tagen. Eine entsprechende Reduktion in der Placebo-Gruppe trat erst nach 14 Tagen auf. Die enthaltenen Saponine bedingen die expektorierende Wirkung. Durch lokale Reizung der Bronchialschleimhaut wird die Sekretion des Schleims angeregt. Durch eine vermehrte Produktion wird dieser verflüssigt und kann leichter abgehustet werden. Im Magen reizen Saponine die Nerven der Magenschleimhaut, hierdurch wird die Sekretolyse in den Bronchien gesteigert. Verengte Atemwege können aufgrund der bronchodilatorischen Wirkung erweitert werden. Zudem lindert EA 575 die Entzündung und damit den Hustenreiz.

Prospan ist als Saft, Liquid, Tropfen, Lutschpastille und Brausetablette verfügbar. Alle Darreichungsformen enthalten Efeublätter-Trockenextrakt. Der Hustensaft für Kinder kann bereits Säuglingen verabreicht werden. Anwendungsgebiete sind neben akuten Entzündungen der Atemwege auch chronisch-entzündliche Bronchialerkrankungen mit der Begleiterscheinung Husten. Die Anwendungsdauer innerhalb der Selbstmedikation beträgt eine Woche. Bei Auftreten von hohem Fieber oder eitrigem Auswurf sollte ein Arzt aufgesucht werden.

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