Discounter verschenken Laientests

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Berlin - Die Warenlager der großen Discounter scheinen voll von Corona-Laientests. Lidl und Netto verschenken die Diagnostika bei einem bestimmten Mindesteinkaufswert. Und auch die Drogerien werben um Abnehmer: dm bietet Kunden einen Rabatt von 20 Prozent und Rossmann schickt sogar Angebote an Apotheken.

Der Discounter Lidl bietet mit einem Coupon einen Antigen-Schnelltest an gratis an. Ab einem Einkaufswert von 30 Euro können Kunden einen Laientest kostenlos mit in den Einkaufswagen packen. Auch Netto fährt eine ähnliche Aktion: Ab einem Einkauf von 50 Euro gibt es einen Hotgen-Test gratis dazu.

Ob die Angebote zulässig sind, ist fraglich. Beim Berliner Verband Sozialer Wettbewerb (VSW) wird die Rechtslage aktuell als unklar bewertet. „Zwar wird hier ein Medizinprodukt (Antigen-Test) im Rahmen des Rabattgutscheines abgegeben, allerdings kann bereits an der Eröffnung des Anwendungsbereiches des Heilmittelwerbegesetzes gezweifelt werden, da der Händler mit der Aktion ja primär für sein Lebensmittelsortiment wirbt“, sagt Geschäftsführer Ferdinand Selonke.

Werde das Heilmittelwerbegesetz (HWG) angewendet, könne allerdings eine Ausnahmebestimmung gelten. „Der Wert des Tests könnte dann als Rabatt für den Lebensmitteleinkauf zu werten sein.“ Diese Wertung sei nicht auszuschließen.

Auch Rossmann bietet Schnelltests an und richtete sich zuletzt über das Gewerbekundenportal mit Großangeboten an Unternehmen: „Bei uns können Sie Schnelltests in 500er Einheiten bestellen“, teilt die Drogeriekette über ihren Selbsttest-Shop mit. Wer deutlich größere Mengen benötige, solle sich melden. „Unser Großhandel setzt sich dann mit Ihnen in Verbindung.“

Offenbar findet die Kette nicht so viele Abnehmer wie erwünscht. Denn aktuell werden auch Apotheken angeschrieben: „Viele Unternehmen müssen kurzfristig hohe Stückzahlen an Corona-Schnelltests für Ihre Mitarbeitenden beschaffen“, heißt es in einem Schreiben von Rossmann. „Wir sind fest davon überzeugt: Durch diese Zeit trägt uns vor allem das ‚Wir‘.“ Deshalb wolle das Unternehmen die Apotheke bei „dieser Aufgabe“ unterstützen. Im neuen Corona-Selbsttest-Shop könnten „größere Mengen“ zu einem „attraktiven Stückpreis“ in Höhe von 2,99 Euro netto bestellt werden. Bei einem Bedarf von mehr als 7500 Stück solle der Großhandel von Rossmann kontaktiert werden.

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