Das sind die deutschen Cannabis-Produzenten

, Uhr

Berlin - Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat mit fast einem Jahr Verspätung seine Ausschreibung für die Produktion von medizinischem Cannabis abgeschlossen. Neun der 13 ausgeschriebenen Lose gehen an die Deutschland-Töchter der beiden kanadischen Firmen Aphria und Aurora, über die restlichen vier wird noch gestritten. Mittendrin: Ein Start-up aus Berlin.

Insgesamt 10,4 Tonnen über einen Zeitraum von vier Jahren hatte das BfArM ausgeschrieben, verteilt auf 13 Lose zu je 200 Kilogramm Jahresmenge. „Damit kann jetzt der Anbau von Cannabis in pharmazeutischer Qualität in Deutschland unter den betäubungs- und arzneimittelrechtlichen Vorgaben umgesetzt werden“, kündigt das das BfArM an. Auf vollen Touren kann der Grasanbau allerdings noch nicht laufen. Denn um vier Lose wird noch gestritten, nachdem sich ein unterlegener Bieter mit einem Nachprüfungsantrag an die Vergabekammer gewandt hat. Da noch nicht feststehe, wann diese vier Zuschläge erteilt werden können, sind somit erst 7200 Kilogramm unter Dach und Fach. Die erste Ernte erwartet das BfArM für das vierte Quartal 2020 – ein Jahr nach dem eigentlich beabsichtigten Termin.

„Gleichwohl bedauern wir, dass nun abermals wirtschaftliche Interessen eines Bieters dazu führen, dass wir nicht schon früher im vollen Umfang zur Verbesserung der Versorgungssituation beitragen können“, klagt BfArM-Präsident Professor Dr. Karl Broich. Da es sich dabei um ein laufendes Verfahren handelt, darf das BfArM aus vergaberechtlichen Gründen keine weiteren Auskünfte über die Inhalte des Nachprüfungsantrages geben. Das Handelsblatt hatte jedoch vor wenigen Tagen berichtet, dass es sich beim dritten Unternehmen, das einen Zuschlag erhalten hat, um das Berliner Start-up Demecan handele. Demecan habe das dem Handelsblatt gegenüber bestätigt, allerdings ist bei beiden nur die Rede von drei Losen für die Berliner.

Als großen Gewinner der Ausschreibung sieht sich Aurora. Für elf der 13 Lose habe das Unternehmen das beste Konzept eingereicht, rühmt es sich. Allerdings darf ein Unternehmen aufgrund der Ausschreibungsvorgaben maximal fünf Lose erhalten – die sind allesamt an Aurora gegangen. „Bei unserem Konzept stand die Sicherung der Qualität aus der pharmazeutischen Herstellungspraxis im Mittelpunkt“, erklärt Aurora-Deutschlandgeschäftsführer Dr. Axel Gille. „Es gelang uns Kompetenzen in einem interdisziplinären Team aus Architekten, Ingenieuren, Pharmazeuten, Pflanzen- und Anbauspezialisten sowie Projektmanagementprofis zu bündeln und somit das BfArM zu überzeugen.“

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres